87jährigem Mann aus Sulzbach wird lebenswichtige Hilfe durch eigene Familie verweigert

Sulzbach. Zu einem Einsatz der besonderen Art kam es am Nachmittag des 02.10.14 in Sulzbach/Neuweiler. Die Polizei in Sulzbach wurde gebeten Rettungsdienst und Notarzt zu unterstützen. Ein 87 Jahre alter Mann benötige dringend ärztliche Hilfe, so ein Mitarbeiter des medizinischen Dienstes der Krankenversicherungen. Trotz der laut Mitteilung akuten Lebensgefahr, die durch eine Nichtbehandlung bestehen würde, würden Familienangehörige die medizinische Hilfe verweigern.

Durch die eingesetzten Beamten konnte dann die wie zuvor beschriebene Situation tatsächlich festgestellt werden. Der 59 Jahre alte Sohn verweigerte den Rettungskräften den Zutritt zu dem Anwesen und hielt die Tür verschlossen. Während er die Rettungskräfte beschimpfte und sich lautstark über die überflüssige „Abzocke“ des behandelnden Arztes seines Vaters beschwerte, wurde durch die Notärztin erneut die Dringlichkeit einer Behandlung herausgestellt. Ohne medizinische Hilfe sei mit einem baldigen Ableben zu rechnen. Der Sohn zeigte sich unbeeindruckt, konnte aber schließlich von der Polizei dazu bewegt werden die Tür zu öffnen. Der 87-jährige, an Alzheimer erkrankte Patient, konnte im Wohnzimmer angetroffen werden. Er konnte sich nicht artikulieren, litt aber offensichtlich unter starken Schmerzen.

Die 84 Jahre alte Ehefrau des Patienten befand sich ebenfalls im Wohnzimmer und verhielt sich gegenüber der Polizei sowie den Rettungskräften noch unkooperativer, auch wenn dies schwer möglich war, als ihr Sohn.

Unter schwersten Bedingungen gelang es schließlich den Patienten zu untersuchen. Der alte Mann konnte letztendlich noch rechtszeitig ins Krankenhaus gebracht und dort weiter versorgt werden. Durch die Polizei wurde unter Hinzuziehung einer zuständigen Richterin eine zwangsweise Unterbringung des 87-jährigen durchgeführt.

Dem uneinsichtigen Sohn und der noch uneinsichtigen Mutter wurden die Maßnahmen entsprechend erörtert.

Dies ist eine redaktionell unbearbeitete Mitteilung der saarländischen Polizei.

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