CO-Pilot (28) lässt Germanwings-Maschine in Südfrankreich abstürzen

Paris. Ein tragisches Flugzeugunglück ereignete sich am Dienstagmittag, 24. März, nahe der Kleinstadt Digne in Südfrankreich. Eine Passagiermaschine vom Typ Airbus A320 der Lufthansa Tochtergesellschaft „Germanwings“ sei aus bislang ungeklärter Ursache abgestürzt.germanwings

Medienberichten zufolge seien 150 Menschen, darunter 6 Crew-Mitglieder an Bord gewesen. Das Flugzeug war auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf.

„Es gibt keinen Überlebenden”, so Staatssekretär Alain Vidalies bei einer Pressekonferenz im nordfranzösischen Lille am Dienstagmittag. Die Absturzstelle des Passagierflugzeugs soll auf rund 2000 Metern Höhe in den Alpen liegen, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Ein Helikopter soll in Sichtweite der Absturzstelle sein und die Rettungskräfte am Boden koordinieren. Derzeit sei die Unglücksstelle jedoch nur über den Luftraum zu erreichen. Die Trümmer seien über eine Fläche von rund zwei Quadratkilometern verteilt.

Die Passagiermaschine ist in einem schwer zugänglichen, verschneiten Gebiet in den französischen Alpen abgestürzt. Der Unglücksort im Gebirge sei für Fahrzeuge grundsätzlich nicht zugänglich. Derzeit werden die ersten Leichen mit Hubschraubern in eine Sammelstelle im Tal verbracht. Die gesamte Bergung wird mehrere Tage, wenn nicht Wochen, in Anspruch nehmen. Über 500 Rettungskräfte sind im Einsatz.

Bei der Maschine handelt es sich um den Flug 4U9525 der um 11:55 Uhr in Düsseldorf zum Landeanflug ansetzten sollte. Unter den Fluggästen seinen 67 Deutsche, darunter 16 Schüler und zwei Lehrer aus einem Gymnasium in Nordrhein-Westfalen.

Zur Absturzursache des Airbus liegen derzeit noch keine Hinweise vor. 46 Minuten nach dem Start in Barcelona soll die Crew ein Notrufsignal gesendet haben. Danach habe sich die Flughöhe von 11.000 auf nur noch 1.800 Meter verringert. Rund 8 Minuten war die Maschine im Sinkflug, bevor sie mit der Gebirgskette kollidierte.

Im Zielflughafen Düsseldorf und dem Gymnasium in NRW herrscht derzeit Ausnahmezustand. Immer mehr Angehörige und Freunde der Opfer versammeln sich in den Flughafenhallen und vor dem Schulgebäude. Notfallseelsorger und Rettungskräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst sind im Einsatz.

Angehörige erreichen die Krisenhotline des Auswärtigen Amtes unter der Telefon-Nummer 030 5000 3000. Auch der Flughafen Düsseldorf hat eine Hotline geschaltet: 0800 776 6350.

— Nachtrag – Donnerstag, 26.03.2015 —

Wie die ermittelnde Staatsanwaltschaft mitteilte, sei derzeit von einem vorsätzlichen Handeln des Co-Piloten auszugehen. Dieser hielt sich nach dem Verlassen des Kapitäns alleine im Cockpit auf und öffnete die Tür nicht mehr. 

Versuche der Crew, die Tür zu öffnen, blieben erfolglos. Mit 150 Menschen an Bord zerschellt das Flugzeug rund 10 Minuten später in den französischen Alpen.

Derzeit suchen hunderte Hilfskräfte nach den sterblichen Überresten der Passagiere. Auch die zweite Black-Box ist noch nicht aufgefunden. 

Foto: Germanwings

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