Landespolizeipräsidium stellt die polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2014 vor

Saarbrücken. Die Polizei des Saarlandes zählte im vergangenen Jahr insgesamt 75.706 Straftaten (2013: 72.540), was einen Zuwachs von 4,4 % oder 3.166 Fällen bedeutet. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote auf 53,3 Prozent (2013: 52,6%). Landespolizeipräsident Norbert Rupp stellte am Vormittag des 27.03.2015 zusammen mit dem Leiter der Direktion LPP 2 (Kriminalitätsbekämpfung/LKA) Harald Schnur die polizeiliche Kriminalstatistik für das zurückliegende Jahr 2014 vor.

Einen Rückgang um drei Taten (10,7 %) verzeichnet die Kriminalstatistik bei den Straftaten gegen das Leben (25 Fälle; 2013: 28). Alle diese Straftaten wurden aufgeklärt.

In der Gruppe der Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit, zu der unter anderem Straftaten wie Raub, Körperverletzung, Menschenhandel, Freiheitsberaubung, Nötigung und Bedrohung gehören, zeigt sich eine leichte Steigerung (1,5 %) auf insgesamt 10.325 registrierte Taten (2013: 10.172).

Erstmals seit zehn Jahren gestiegen ist die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. 608 Delikte bedeuten einen Anstieg um 17,1 % gegenüber dem Vorjahr (519 Fälle). Dabei stieg auch die Aufklärungsquote auf 82,1 % (2013: 79,4%).

Mitursächlich für diese Steigerung ist die Zunahme der Zahl der Straftaten im Bereich der Ausübung der verbotenen Prostitution um 151,3 % auf insgesamt 98 Fälle (2013: 39). Wie im Vorjahr liegt dabei die Aufklärungsquote bei 100 %. Die gegenüber dem Vorjahr stark gestiegene Anzahl der Fälle hängt unmittelbar mit der Umsetzung der Sperrbezirksverordnung der Stadt Saarbrücken zusammen. Diese führte zu verstärkten Kontrollmaßnahmen der Polizei und zu einem gestiegenen Anzeigeverhalten durch die betroffenen Anwohner.

Auch im Bereich der Diebstahlskriminalität ist ein leichter Anstieg zu verzeichnen. 0,7 % bedeuten 194 Taten mehr als im Vorjahr. Insgesamt wurden 28.420 Straftaten registriert (2013: 28.226). Im Wesentlichen beruht dieser Anstieg auf der gestiegenen Zahl der Wohnungseinbrüche und der Taschendiebstähle.

Um 18,6 % auf 2.485 Fälle (2013: 2.095 Fälle) stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche, die der Taschendiebstähle gar um 73 % auf 2.247 Taten (2013: 1.299). Die Aufklärungsquote im Bereich der Wohnungseinbrüche liegt bei 14 % (2013: 16%); die Ermittlungsgruppe Wohnungseinbruch bearbeitete im Jahr 2014   225 Strafverfahren, ermittelte dabei in 197 Fällen die Täter und vollstreckte 46 Haftbefehle.

Erhöht hat sich auch die Zahl der Drogendelikte. 2.302 Fälle bedeuten eine Steigerung um 21,3 % (2013: 1.897 Fälle). Erhöht hat sich aber auch die Menge sichergestellter Drogen, insbesondere bei Marihuana (rund 113 Kilogramm; 2013: rund 26 Kilogramm) und Amfetamin (rund 86 Kilogramm; 2013: rund 12 Kilogramm).

Gesunken ist dagegen die Zahl der Drogentoten von 11 (2013) auf 8.

Im Bereich der Straftaten gegen das Aufenthalts-, Asylverfahrens- und Freizügigkeitsgesetz registriert die Kriminalstatistik für das Jahr 2014 3.715 Fälle, was einen Anstieg um 123,4% bedeutet (2013: 1.663). Ursächlich hierfür ist der verstärkte Zustrom von Asylsuchenden, der oftmals mit einer illegalen Einreise einhergeht. Die Anzahl der Delikte der „Unerlaubten Einreise“ nach dem Aufenthaltsgesetz stieg um 138 % auf 3.415 Fälle (2013: 1.435 Fälle).

Die Anzahl der Straftaten unter Verwendung des Internets als Tatmittel stieg leicht an (1,5 %) auf 3.778 Fälle (2013: 3.721 Fälle). Fast unverändert hoch ist die Aufklärungsquote in diesem Deliktsfeld (57,5%; 2013: 58,4%).

Auch bei der politisch motivierten Kriminalität (PMK) stieg die Anzahl der registrierten Straftaten an. 218 Fälle bedeuten ein Plus von 22,5 % (2013: 178 Fälle). Dabei stieg die Anzahl der Fälle bei der PMK-rechts um 34 auf 168 (überwiegend sogenannte Propagandadelikte, wie z. B. Hakenkreuzschmierereien, Zeigen des Hitlergrußes), während bei der PMK-links die registrierten Fälle um 6 auf 15 zurückgingen.

Der Anstieg der Anzahl der Delikte im Bereich der PMK-Ausländer um 13 auf 16 Fälle erklärt sich aus einem Ermittlungsverfahren aus dem Jahr 2013, das erst in 2014 abgeschlossen und statistisch erfasst worden war. Dabei ging es um Spendensammlungen zur Unterstützung einer als terroristisch eingestuften Organisation („Tamil Tigers“).

Dies ist eine redaktionell unbearbeitete Mitteilung der saarländischen Polizei.

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