Geisterfahrer-Crash fordert 8 Verletzte bei Neunkirchen

Neunkirchen. In der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag, 3. April ereignete sich auf der Bundesstraße B41 kurz vor dem Kreisverkehr beim Neunkircher Stadtteil Sinnerthal ein besonders schwerer Verkehrsunfall. Bei der Kollision zweier BMW Limousinen wurden alle acht Insassen verletzt, davon vier schwer.

Der Unfall ereignete sich laut Polizei kurz vor Mitternacht, als der in Richtung der Autobahnanschlussstelle Neunkirchen-City fahrende 54-jährige Lenker eines schwarzen BMW 5ers, in dem noch zwei weitere Personen saßen, kurz hinter dem B41-Kreisverkehr bei Sinnerthal mit einem ihm entgegen kommenden roten BMW 1er kollidierte. Die 19-jährige Fahrerin des mit vier jungen Männern besetzten roten BMWs war von der Autobahnabfahrt Neunkirchen-City kommend auf der B41 unterwegs und geriet laut Polizei aus unbekannter Ursache kurz vor dem Kreisverkehr bei Sinnerthal auf die Gegenfahrbahn, wo sie mit dem 5er BMW zusammenprallte. Bei der Kollision wurden alle acht Insassen der beiden Autos verletzt.

Die Rettungskräfte wurden unmittelbar nach dem Unfall über das automatische Notrufsystem eines der verunfallten BMWs verständigt. Zunächst machten sich Polizei und Rettungsdienst auf den Weg zur Unfallstelle, wenig später löste die Leitstelle auch Alarm für die Feuerwehren der Stadt Neunkirchen und der Gemeinde Schiffweiler aus. Weil die Unfallstelle im Grenzgebiet zwischen den beiden Kommunen lag wurde neben dem Löschbezirk Neunkirchen-Innenstadt auch der Löschbezirk Landsweiler-Reden aus der Nachbargemeinde Schiffweiler alarmiert.

Beim Eintreffen der Rettungskräfte hatten bereits sieben Verletzte aus eigener Kraft die beiden Unfallwracks verlassen. Nur auf dem Rücksitz des 1er BMWs saß noch ein Mann, der schwer verletzt im Wrack eingeschlossen war. Während der Rettungsdienst die Verletzten medizinisch versorgte und betreute machten sich die aus der Neunkircher Innenstadt und Landsweiler-Reden angerückten Feuerwehrmänner und -frauen an die Rettung des Eingeklemmten aus dem roten BMW. Zunächst wurde die Unfallstelle mit Scheinwerfern umfassend ausgeleuchtet und der BMW mit dem Eingeschlossenen gegen Wegrollen gesichert und stabilisiert.

Die Notärztin entschied sich dazu den schwer Verletzten möglichst schonend durch die Feuerwehr aus dem Unfallwrack befreien zu lassen. Bei dieser vergleichsweise zeitaufwendigen Methode zerlegt die Feuerwehr ein Unfallwrack so, dass der Verletzte möglichst ohne große Bewegung der eventuell verletzten Wirbelsäule aus dem Auto gerettet werden kann. „Die Methode der patientenschonenden Rettung wird nur dann angewendet, wenn der Verletzte nicht lebensgefährlich verletzt ist und aufgrund der Art seiner Verletzungen direkt aus dem Unfallauto gerettet werden muss“, erklärt der Neunkircher Feuerwehrsprecher Christopher Benkert.

Mit einer hydraulischen Schere entfernt die Feuerwehr zunächst die Kofferraumklappe und danach mit weiteren gezielten Schnitten das komplette Dach der dreitürigen Kompaktlimousine. Durch die so geschaffene große Öffnung kann der Verletzte, fixiert auf einer speziellen Rettungstrage, aus dem Wrack gehoben und in den Rettungswagen gebracht werden. „Nach rund einer halben Stunde konnten wir den verletzten Mann aus seiner Zwangslage im deformierten BMW befreien“, berichtet Feuerwehrsprecher Christopher Benkert. „Auf den ersten Blick wirken 30 Minuten für die Rettung sehr lange, aber für eine schonende Rettung eines Verletzten ist das eine absolut übliche Zeit“, so Benkert weiter.

Während dieser ganzen Zeitspanne wird der Verletzte durch den Rettungsdienst betreut. Den Takt für die Arbeiten der Feuerwehr gibt dabei auch der Rettungsdienst in Hinblick auf den medizinischen Zustand des Verletzten an. Nichts was die Feuerwehr macht geschieht in einer solchen Situation ohne Rücksprache mit dem Rettungsdienst. Nach und nach werden alle Verletzten mit Rettungswagen in umliegende Krankenhäuser eingeliefert. Als auch der Schwerverletzte aus dem 1er BMW gerettet ist kann der Löschbezirk Landsweiler-Reden seinen Einsatz beenden und wieder Einrücken.Die Feuerwehrleute aus Neunkirchen müssen noch vor Ort bleiben und helfen mit ihren Lichtmasten der Polizei bei der Unfallaufnahme. Nachdem beide BMW-Wracks abgeschleppt sind und die letzten Hinterlassenschaften des Unfalls beseitigt sind kann gegen 2.30 auch die Neunkircher Wehr wieder einrücken.

Im Einsatz waren rund 45 Einsatzkräfte mit zehn Fahrzeugen der Löschbezirke Neunkirchen-Innenstadt und Landsweiler-Reden sowie zwei Notärzte, vier Rettungswagen und Streifenwagen der Polizei. Während der Rettungsarbeiten musste die B41 in Richtung Autobahnanschlussstelle Neunkirchen-City ab dem Kreisverkehr Sinnerthal komplett gesperrt werden. In Gegenrichtung konnte die Bundesstraße nur auf der Spur in Richtung Ottweiler befahren werden.

Text: Christopher Benkert (Feuerwehr Neunkirchen)

Fotos: BRS

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