Polizei fahndet mit Phantombild nach „Enkeltrickbetrüger”

PM_86_PhantombildSaarbrücken. „Hallo Oma”, so begrüßte ein unbekannter Anrufer am 17. April 2015 eine 90-Jährige aus dem Regionalverband am Telefon. Die so überrumpelte Frau glaubte in dem hochdeutsch sprechenden Mann ihren Enkel zu erkennen. Auch als der vermeintliche Angehörige dann schilderte, dass er dringend Geld brauche, wurde die Rentnerin nicht misstrauisch. Mit geschickter Gesprächsführung gelang es dem Anrufer anschließend in mehreren Telefonaten, die Rentnerin so unter Druck zu setzen, dass sie an einer Straßenecke einem Fremden, der als angeblicher Bote auftrat, einen fünfstelligen Bargeldbetrag übergab.

Doch damit gab sich der Betrüger noch lange nicht zufrieden. Weil ihre Bankfiliale geschlossen hatte, ließ er die Rentnerin mit einem Taxi zu einer Bank nach Saarbrücken fahren, um weiteres Geld abzuheben. Nur durch einen aufmerksamen Bankangestellten, der Verdacht schöpfte und die Polizei verständigte, wurde ein noch größerer Schaden verhindert.

Nach dem Geldabholer fahnden nun die Ermittler des Dezernats für Wirtschaftskriminalität mit einem Phantombild. Der Gesuchte soll 25 bis 30 Jahre alt und etwa 170 cm groß sein, eine schlanke Figur und dunkle Haare haben. Er trug dunkle Kleidung und machte insgesamt einen gepflegten Eindruck. Sachdienliche Hinweise zu der auf dem Phantombild abgebildeten Person bitte an den Kriminaldauerdienst, Tel. 0681/962-2133.

Die Betrugsmasche ist nicht neu: die Anrufer melden sich nicht mit Namen, sondern nur mit „Hallo, wie geht’s?” oder „Weißt du wer dran ist?”. Manchmal geben sie sich als Notar,  Staatsanwalt oder gar als Polizist aus. Fast immer wird Geld für einen angeblichen Notfall, einen dringenden Kauf oder zur Vermeidung eines Strafverfahrens verlangt.

91 Fälle des „Enkeltrick” zählt die Polizei im Saarland seit Januar 2015. In vielen Fällen blieb es dank der Aufmerksamkeit der potentiellen Opfer beim Versuch.

Die Polizei rät:

– Fragen Sie einen unbekannten Anrufer sofort nach seinem Namen!
– Nennt er nicht gleich seinen Namen, legen Sie auf!
– Erwähnen Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen!
– Melden Sie den Vorfall über Notruf 110 der Polizei!

Dies ist eine redaktionell unbearbeitete Mitteilung der saarländischen Polizei.

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