Polizei klärt Überfall auf Juwelier in Saarbrücken

Saarbrücken. Nach dem bewaffneten Raubüberfall auf ein Saarbrücker Juweliergeschäft im Februar dieses Jahres (Medien-Info 28 vom 18.02.2015) haben die Ermittler des Dezernats für Raubdelikte die Tatverdächtigen identifiziert. Drei Männer im Alter von 39, 32 und 18 Jahren befinden sich bereits in Haft, nach weiteren wird gefahndet.

An einem Samstagnachmittag waren vier unmaskierte Männer in ein Juweliergeschäft an der Berliner Promenade eingedrungen, hatten die Angestellten mit einer Schusswaffe bedroht und das Sicherheitsglas mehrerer Uhrenvitrinen mit Äxten eingeschlagen. Die Bande raubte hochwertige Armbanduhren der Marke Rolex im Wert eines sechsstelligen Eurobetrages. Auf der Flucht übergab einer der Männer die in einer dunklen Tasche verstaute Beute an einen wartenden fünften Täter, der anschließend auf einem Fahrrad davonfuhr.

Ermittler des Dezernats für Raubdelikte konnten am Tatort unter anderem DNA-Material der Verdächtigen sichern. Dessen Auswertung führte sie auf die Spur einer Bande, deren Mitglieder in wechselnder Beteiligung europaweit Raubüberfälle auf Juweliergeschäfte verübt haben sollen.
Ein 18-Jähriger, der außer an dem Saarbrücker Überfall mutmaßlich auch an Taten in der Schweiz, in der Tschechischen Republik und in Italien beteiligt war, sitzt bereits in Italien in Haft. Seine Auslieferung an die Bundesrepublik Deutschland wurde beantragt.
Einer seiner Komplizen, ein 39-jähriger Osteuropäer, konnte mittlerweile in  Großbritannien verhaftet werden und befindet sich nach seiner Auslieferung in der JVA Saarbrücken.
Nach einem 23-Jährigen, der gemeinsam mit dem 18-Jährigen und dem 39-Jährigen in das Saarbrücker Juweliergeschäft eingedrungen sein soll, wird per internationalem Haftbefehl gefahndet. Für den mutmaßlichen vierten Täter (19 Jahre) wurde ebenso ein Haftbefehl beantragt, wie für den 24-Jährigen, der nach Erkenntnissen der Ermittler die Beute auf dem Fahrrad abtransportiert hat.
Im Rahmen der intensiven Ermittlungen in Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt, den Landeskriminalämtern Schleswig-Holstein und Hessen sowie anderen europäischen Staaten ergab sich weiterhin ein Tatverdacht gegen zwei 24-jährige Männer, die den Saarbrücker Überfall geplant und vorbereitet haben sollen. Auch gegen sie wurden Haftbefehle beantragt.
Ein 25-Jähriger, dem zusätzlich die Beteiligung an einem geplanten Raubüberfall in Frankfurt am Main zur Last gelegt wird, wurde bereits im Mai verhaftet. Mittlerweile konnte er die JVA Saarbrücken allerdings unter Auflagen wieder verlassen. Ein 32-Jähriger, der außer an der Saarbrücker Tat unter anderem einen Raub auf einen Juwelier in Kampen auf Sylt geplant haben soll, sitzt derzeit in einem britischen Gefängnis und soll nach Deutschland ausgeliefert werden.

Beim gegenwärtigen Stand der Ermittlungen ist davon auszugehen, dass die international agierende Bande aus mindestens 20 Tätern und Unterstützern besteht.

Die Ermittlungen dauern an.

Dies ist eine redaktionell unbearbeitete Mitteilung der saarländischen Polizei.

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