Festnahme von bundesweit agierender Tätergruppierung nach Geldautomatenmanipulation

Saarbrücken/Frankfurt. Seit Anfang September dieses Jahres führt das Dezernat für qualifizierte Eigentumskriminalität beim Landespolizeipräsidium (LPP)  im Auftrag der Staatsanwaltschaft Saarbrücken ein Verfahren gegen eine überregional agierende Tätergruppierung. Diese entwendete Geld aus zuvor  im „Cash Trapping Verfahren“ manipulierten Geldautomaten. Zwischenzeitlich gehen die Ermittler von über 100 Taten aus.

Die Tätergruppierung, deren Mitglieder noch nicht alle identifiziert werden konnten, präparieren in den bekannten Fällen die Geldautomaten so, dass das Geld im Ausgabeschacht hängen bleibt. Der Bankkunde bemerkt davon nichts, sondern geht davon aus, dass der Automat defekt ist. Der Geldautomat schaltet nach der Meldung des Defekts ab. Nachdem der Kunde sich entfernt hat, holt der Täter das ausgegebene Geld aus dem Schacht.

Nach drei Taten in Saarbrücken, am 08.09.2015 bei einer Sparkasse, am 09.08.2015 bei einer Santander-Bank und am 10.09.2015 bei einer Bank 1 Saar konnten die Ermittler zwei 25 und 27-jährige Rumänen identifizieren und Haftbefehle gegen die Männer erwirken.

In länderübergreifender Zusammenarbeit wurde festgestellt, dass die Tätergruppierung wechselseitig neben dem Saarland insbesondere in Rheinland Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg tätig war.

Im Zuge intensiver Anschlussermittlungen konnte am vergangenen Sonntag (11.10.2015) ein der Gruppe zugeordnetes Fahrzeug in Frankfurt a.M. lokalisiert und observiert werden. So beobachteten die Beamten die Manipulation von zwei Geldautomaten der Sparkasse in Friedberg (Hessen).

Neben den beiden o.g. Männern erfolgte die Festnahme eines weiteren 27-jährigen Rumänen und zweier Frauen (27 und 29 Jahre alt) aus Rumänien und Italien. Da der 27-Jährige auch definitiv als Täter mehrerer Delikte identifiziert werden konnte, wurde auch für ihn ein Haftbefehl durch den Ermittlungsrichter beim AG Saarbrücken erlassen.

Die drei tatverdächtigen Männer sitzen jetzt in den Justizvollzugsanstalten Gießen, Limburg und Butzbach ein. Die beiden festgenommenen Frauen kamen mangels Haftgründe auf freien Fuß.

Im Fahrzeug der Bande konnte umfangreiches Beweismaterial, das zur Begehung der Taten verwendet wird (Fußbodenleisten, Sägen, Kleber etc.), sichergestellt werden.

Die Ermittlungen dauern an.

PM POL

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