Vermeintlicher Giftanschlag auf Neunkirchens Bürgermeister

Neunkirchen. Am heutigen Morgen ging gegen 08:30 Uhr bei der Polizei Neunkirchen ein Anruf der Stadtverwaltung Neunkirchen ein. Laut Mitteiler habe die Poststelle der Kreisstadt einen Standardbrief erhalten, in welchem sich nach erster Sichtung ein weißes Pulver befand.
Unmittelbar nach Erhalt der Mitteilung setzte zur Gefahrenerforschung ein umfangreiches Maßnahmenpaket in enger Kooperation zwischen der Polizei und den Rettungsdiensten ein.

Nach dem Eintreffen der Beamten vor Ort erfolgte zunächst die Absperrung der Poststelle, in welcher sich noch immer der Brief befand. Außerdem wurde ein sog. Dekontaminationszentrum durch die Rettungskräfte eingerichtet, in welchem die beiden Mitarbeiter der Stadt Neunkirchen, die mit dem Brief unmittelbar in Berührung kamen, ärztlich versorgt wurden.

Anschließend konnte die Poststelle durch den Gefahrstoffzug des Landkreises Neunkirchen mit Komplettschutzausstattung betreten werden. Eine erste Inaugenscheinnahme des Briefes bestätigte die gemachten Angaben.

Es handelte sich um einen Standardbrief mit besagtem Inhalt, adressiert an die Kreisstadt Neunkirchen. Nach erster Begutachtung und entsprechender Rücksprache mit dem Gesundheitsamt vor Ort, wurde der Brief in einem Gefahrgutbehälter deponiert.

Die Poststelle blieb weiterhin versiegelt. Zur Analyse der Substanz wurde ein Team des LKA Hessen, Fachbereich Sprengstoff und Entschärfung, angefordert, welches mit Hilfe einer besonderen Analysemethode (Infrarottechnologie) ca. 16 000 Stoffe erkennen und gefahrenrechtlich einordnen kann. Im Anschluss an die Analyse wird die Substanz zur Virologie der Uniklinik in Homburg verbracht, um abschließende Untersuchungen durchzuführen.

Für die Dauer der Einsatzmaßnahmen musste eine Seitenstraße voll gesperrt werden. Insgesamt befanden sich ca. 150 Einsatzkräfte vor Ort. Durch den Amtsarzt des Gesundheitsamtes erfolgte eine Aufklärung der im Dienst befindlichen Mitglieder im Rathaus. Das Rathaus selbst war für den Publikumsverkehr geschlossen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt befinden sich sechs Personen in einer vorsorglichen Quarantäne im Winterbergklinikum in Saarbrücken. Mögliche Gesundheitsbeeinträchtigungen sind jedoch bislang nicht bekannt geworden.

Ergebnis der Analyse um 15:00 Uhr: Maismehl. Abschließende Untersuchungen erfolgen durch die Virologie in Homburg

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