Serie von böswilligen Alarmen im Corona-Hochhaus

Neunkirchen. Zu bereits fünf Feueralarmen aus dem Corona-Hochhaus musste die Freiwillige Feuerwehr Neunkirchen in den ersten zehn Märztagen ausrücken. Am 1., 4., 6. und 9. März jeweils am späten Nachmittag oder frühen Abend sowie am 10. März bereits um die Mittagszeit. Die Ursache für die Alarme konnten die Feuerwehrangehörigen jeweils schnell finden: Mutwillig eingedrückte Feuermelder in den Hausfluren. Ein Feuer konnte bei keinem einzigen Alarm in dem neungeschossigen Hochhaus festgestellt werden, noch nicht mal der vage Verdacht auf einen Brand. An keinem der ausgelösten Druckknopfmelder konnte die Feuerwehr eine Person antreffen, die über den Grund des automatisierten Notrufes Auskunft geben konnte. Böswilliger Alarm wird das im Feuerwehrjargon genannt. Darunter werden die missbräuchliche Nutzung des Notrufes und das Vortäuschen eines Notfalles verstanden. „Das ist kein Kavaliersdelikt und schon gar kein lustiger Scherz, sondern schlichtweg eine Straftat!“ stellt Neunkirchens Feuerwehrsprecher Christopher Benkert fest. Das Strafgesetzbuch sieht für böswillige Alarme eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine gleichwertige Geldstrafe vor. Außerdem werden der Gebührenordnung der Stadt Neunkirchen folgend für den fälschlichen Alarm einer Brandmeldeanlage pauschal 383 Euro in Rechnung gestellt. Vom böswilligen Alarm zu unterscheiden sind natürlich Notrufe bei denen der Meldende mit bestem Wissen und Gewissen anruft um einen Notfall zu melden, es aber im Nachgang keinen Handlungsbedarf für die Feuerwehr gibt. Notrufe dieser Art stehen selbstverständlich nicht unter Strafe.

Zu jedem der Alarme aus dem Corona-Hochhaus mussten die drei Löschbezirke Neunkirchen-Innenstadt, Wellesweiler und Wiebelskirchen ausrücken. Außerdem auch jeweils ein Rettungs- und ein Streifenwagen. Schnell kommen so rund ein Dutzend Einsatzfahrzeuge und 40 bis 50 größtenteils ehrenamtliche Helfer zusammen. Sie müssen jeden Alarm absolut ernst nehmen, auch wenn von vornherein der Verdacht auf einen Fehlalarm oder sogar einen böswilligen Alarm besteht. Gewissenhaft muss jedes Mal die Einsatzstelle erkundet werden, um festzustellen ob es brennt oder nicht. Erst nachdem bestätigt ist das es nicht brennt, kann Entwarnung gegeben werden, die Feuerwehr ihren Einsatz beenden und noch auf der Anfahrt befindliche Einsatzfahrzeuge abbestellt werden. Bis zu diesem Punkt muss vom schlimmsten Fall, also einem Feuer, ausgegangen werden.

Die Frustration und Verärgerung unter den ehrenamtlichen Brandschützern der Kreisstadt wegen der neuerlichen Serie von böswilligen Alarmen ist groß. Bereits im Jahr 2014 gab es eine Serie von böswilligen Alarmen aus dem Corona-Hochhaus und auch 2015 gab es insgesamt sechs derartige Falschalarmierungen in der ganzen Stadt, teilweise auch wieder aus dem Corona-Hochhaus. Nicht nur das diese Art Einsatz unnötig Zeit von den freiwilligen Feuerwehrleuten abverlangen, sie bergen auch noch ein weiteres Risiko. „Die Feuerwehrkräfte die zu einem böswilligen Alarm ausrücken und dort gebunden sind, stehen für einen eventuellen weiteren, richtigen Einsatz nicht zur Verfügung.“, beschreibt Benkert das Dilemma. In dieser Situation müssten im schlimmsten Fall weiter vom Einsatzort entfernte Löschbezirke alarmiert werden. Stadtweit einmalige Sonderfahrzeuge wie die Drehleiter sind vielleicht auch bei einem böswilligen Alarm gebunden und nicht abkömmlich. Die Folge ist einfach und hart: Der Hilfesuchende muss länger auf Hilfe warten, was wiederum fatale Folgen haben kann.

Derzeit ermittelt die Polizei wer für die bisherigen Fehlalarme aus dem Corona-Hochhaus

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