Saarbrücken.  Gemeinsame Ermittlungen der Dezernate Wirtschaftskriminalität und Cybercrime führten auf die Spur eines mutmaßlichen Betrügers, der für seine Machenschaften das Internet als Tatmittel nutzte und einen Gesamtschaden von über 100.000 Euro verursachte. Nach Erkenntnissen der Polizei hatte der Mann über Monate seinen Lebensunterhalt mit der Begehung von Internetstraftaten bestritten.

Bei der Durchsuchung seiner Wohnung in Kleinblittersdorf am vergangenen Montag (10.02.2014) fanden die Ermittler zahlreiche Beweismittel. Außerdem vollstreckten sie den gegen den 24-Jährigen zwischenzeitlich vom Amtsgericht Saarbrücken erlassenen Haftbefehl. Der arbeitslose Mann wurde am Montagnachmitttag im Anschluss an seine richterliche Vorführung in die Justizvollzugsanstalt Saarbrücken eingeliefert.

Auf die Schliche des 24-Jährigen, der zur Verschleierung seiner illegalen Aktivitäten zahlreiche Falschidentitäten nutzte, kamen die Ermittler durch Hinweise von Polizeidienststellen aus anderen Bundesländern. Im Frühjahr 2013 informierten die Bundespolizei Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) und die Kriminalpolizei Görlitz (Sachsen) die Saarbrücker Ermittler unabhängig voneinander über  einen bis dato unbekannten Tatverdächtigen aus dem Großraum Saarbrücken. Den Beamten des Landespolizeipräsidiums gelang es, den jetzt Festgenommenen zu identifizieren. Dieser war bereits im Jahr 2010 wegen Computerstraftaten zu einer Freiheitsstrafe  verurteilt worden.

In Zuge der monatelangen Ermittlungen stellte sich heraus,  dass der mutmaßliche Betrüger auf drei verschiedenen Tatbegehungsweisen spezialisiert hatte:

In mehr als 500 Fällen kaufte er übers Internet zusammen mit weiteren Mittätern Bahntickets der Deutschen Bahn, die er mit betrügerisch erlangten Kreditkartendaten bezahlte. Die Daten hatte er sich über eigens dafür erstellte Pishing-Seiten besorgt. Mit den auf die gleiche Weise erhaltenen Kreditkartendaten bezahlte er auch eigene Bestellungen bei Internetversandhäusern. Die so erhaltenen Waren, meist Elektronikartikel, bot er wiederum zu Kauf an. Die im Voraus bezahlten Waren kamen jedoch nie bei den Kunden an.

Auch riefen der 24-Jährige oder dessen Mittäter mit den ausgespähten Kundendaten eines Telekommunikationsanbieters gebührenpflichtige 0900-Servicerufnummern an, die er zuvor selbst bei Mehrwertdiensteanbietern angemietet hatte.

Wertvolle Tipps zum Schutz vor Internetstraftaten gibt es auf der Präventionsseite der Polizei unter www.polizei-beratung.de .

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