Neunkirchen. Einen vierstündigen Feuerwehreinsatz löste am Freitagvormittag, 28. Februar ein missglücktes Abbiegemanöver eines mit Heizöl beladenen Gliederzuges aus. Ein LKW-Fahrer wollte um kurz nach 10 Uhr mit seinem Gliederzug, bestehend aus Tanklastwagen und Tankanhänger von einer Anliegerstraße in die Wellesweilerstraße abbiegen.2014-02-28-TH1-Oelschaden-NK_Inn-Wellesweilerstrasse-1

Bei der annäherenden 360° Kurve begann der noch mit 7.000 Litern Heizöl befüllte, dreiachsige Tankanhänger aus unbekannten Gründen zu kippen und legte sich gegen einen Laternenmast am Straßenrand. Ohne diese Laterne wäre der Tankanhänger wohl komplett umgestürzt. Der Fahrer des Tankzuges blieb bei dem Unfall unverletzt und informierte umgehend Polizei und Feuerwehr. Zur Sicherung des umgekippten Tankanhängers wurde gegen 10:18 Uhr der Löschbezirk Neunkirchen-Innenstadt der freiwilligen Feuerwehr Neunkirchen alarmiert. Fast zeitgleich wurde eine Neunkircher LKW-Werkstatt verständigt, die mit zwei Abschleppwagen und einem Werkstattwagen anrückte. Zusammen mit den Mitarbeitern der LKW-Werkstatt gelang es der Neunkircher Feuerwehr den Tankanhänger zu sichern um ein unkontrolliertes Umkippen zu verhindern. Die Feuerwehr entschied sich vor der Bergung des Anhängers die 7.000 Liter Heizöl in ihm abzupumpen. „Es bestand die Gefahr das der Anhänger während der Bergung umkippt, der Tank reißt und damit unkontrolliert schädliches Heizöl in die Umwelt austritt“, erklärt Neunkirchens Feuerwehrsprecher Christopher Benkert diese Entscheidung.

Um das Heizöl abpumpen zu können mussten umfangreiche Sicherungsmaßnahmen getroffen werden und ein zweiter Tanklastwagen, zur Aufnahme des Heizöls aus dem verunglückten Anhänger, an die Einsatzstelle gebracht werden. Während ein Tankwagen eines Neunkircher Unternehmens an die Einsatzstelle bestellt wurde, ließ der Einsatzleiter der Feuerwehr mehrere Teileinheiten des ABC-Zuges des Landkreises Neunkirchen für die Absicherungsmaßnahmen alarmieren. Während die Feuerwehr Neunkirchen den Brandschutz sicherstellte und alle Kanaleinläufe rund um den havarierten Tankanhänger mit Luft- und Wasserblasen dicht verschloss, übernahmen die Kräfte des ABC-Zuges weitere Maßnahmen. Rund um den umgekippten Tankanhänger und das zweite Tankfahrzeug wurde eine mit Wasser gefüllte Ölsperre aufgebaut, um ein Auffangbassin für etwaiges austretendes Heizöl zu bilden. Erst nach dem langwierigen Aufbau der Sicherungen konnte das Umpumpen des Heizöles beginnen. Während dem Abpumpvorgang veränderte sich ständig die Stabilität des gekippten Anhängers, so dass die Abstützung des Anhängers ständig angepasst werden musste.2014-02-28-TH1-Oelschaden-NK_Inn-Wellesweilerstrasse-2

Das anschließende Wiederaufrichten des Tankanhängers gelang dank zweier leistungsstarker Seilwinden an den Abschleppwagen binnen weniger Minuten. Das Tankfahrzeug konnte nach Abschluss der Bergungsmaßnahmen den nur leicht beschädigten Anhänger bis zur nächsten LKW-Werkstatt ziehen. Die Wellesweilerstraße musste wegen der Bergungsarbeiten bis 14 Uhr zwischen der Fernstraße und dem Kreisverkehr an der Rombachstraße komplett für den Verkehr gesperrt werden.

Eingesetzte Kräfte:

  • Kreisbrandinspekteur Landkreis Neunkirchen Werner Thom
  • Kreisbrandmeister Landkreis Neunkirchen Michael Sieslack
  • Feuerwehr Neunkirchen Löschbezirk Innenstadt mit 16 Feuerwehrangehörigen und fünf Einsatzfahrzeugen
  • ABC-Zug Landkreis Neunkirchen mit 31 Feuerwehrangehörigen und acht Einsatzfahrezugen aus folgenden Feuerwehren
    • Feuerwehr Eppelborn Löschbezirk Eppelborn
    • Feuerwehr Spiesen-Elversberg Löschbezirk Elversberg
    • Feuerwehr Schiffweiler Löschbezirke Schiffweiler, Heiligendwald und Landsweiler-Reden
    • Werkfeuerwehr Saarstahl Werk Neunkirchen
  • Polizei Neunkirchen mit 2 Kommandos

[infobox color=“light“]Fotos & Text – Christopher Benkert (Pressesprecher Feuerwehr Neunkirchen)[/infobox]

 

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