Zwei mutmaßliche Betrüger in Untersuchungshaft

Saarbrücken. Durch immer neue Lügengeschichten brachte ein Betrügertrio eine 86-jährige Frau aus dem Kreis Saarlouis um ihre gesamten Ersparnisse in Höhe eines sechsstelligen Betrages. Nach der Festnahme am 26. und 28. Mai 2014 sitzen zwei Mitglieder der Bande im Alter von 24 und 51 Jahren in Untersuchungshaft; ein Haftbefehl gegen eine 22-Jährige wurde unter Auflagen außer Vollzug gesetzt.

Wahrscheinlich war die ältere Dame froh, dass ihr der freundliche junge Mann im Februar 2014 ihre wertvollen Teppiche zu einem günstigen Preis reinigen wollte. In den folgenden Wochen erschlich sich der Mann, zusammen mit seiner Ehefrau das Vertrauen des Opfers und bat mit erfundenen Geschichten um finanzielle Unterstützung. Die Betrüger wurden immer dreister und verlangten immer größere Beträge. Als Sicherheit übergab man der Frau wertlosen Schmuck und einen ebenso wertlosen Teppich.

Der Schwindel fiel erst im März 2014 auf, als die Frau zur Erfüllung einer neuen Geldforderung einen Kredit aufnehmen wollte und dies Familienangehörige erfuhren.

Beamte des Dezernats für Organisierte Kriminalität des Landespolizeipräsidiums konnten die Identität der Trios rasch feststellen, da Teile ihrer Lügengeschichten den tatsächlichen Gegebenheiten entsprachen. Neben dem bereits genannten Ehepaar (24 und 22 Jahre alt) war auch der 51-jährige Vater der Ehefrau (alle deutsche Staatsangehörige) einer der Haupttäter. Es handelt sich um reisende Täter ohne festen Wohnsitz.

Die mutmaßlichen Betrüger setzten sich unmittelbar nach der Erstattung der Strafanzeige  getrennt ab und lebten in der Folge in Ferienwohnungen und Hotels.

Durch intensive Ermittlungen deckten die Ermittler die Strukturen der Großfamilie, der die Täter angehörten immer weiter auf. Schließlich stellte sich der 24-Jährige mit seiner Ehefrau am Montag (26.05.2014) bei der Polizei in Saarbrücken.

Der Vater der Frau konnte zwei Tage später (28.05.2014) mit Hilfe saarländischer Spezialkräfte bei Freudenstadt / Schwarzwald festgenommen werden. Durch die schnell eingeleiteten Ermittlungen konnte die Polizei einen Teil der Beute sicherstellen. Die Ermittlungen dauern noch an.

Ersten Erkenntnissen zufolge hatte der Mann während seiner Flucht mit anderen Mitgliedern der Familie eine 76-jährige Frau im Schwarzwald um einen größeren Betrag betrogen.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Bande noch weitere Straftaten gleicher oder ähnlicher Art begangen hat, die möglicherweise von den Geschädigten noch nicht angezeigt wurden.

Die Polizei weist aus diesem Anlass nochmals eindringlich darauf hin, dass vor allem ältere Menschen immer wieder Opfer von Betrügern werden und dadurch um ihr Erspartes gebracht werden. Die Dreistigkeit und die rhetorischen Fähigkeiten der Täter, die meist arbeitsteilig in Banden auftreten, werden dabei häufig unterschätzt. Sollten sie oder eine Person aus ihrer Verwandtschaft oder ihrem Bekanntenkreis verdächtige Wahrnehmungen machen, scheuen sie sich nicht, diese umgehend der Polizei mitzuteilen.

[accordions ][accordion title=“Hinweis“ load=“hide“]Dies ist eine redaktionell unbearbeitete Mitteilung der saarländischen Polizei.[/accordion][/accordions]

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