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Ausgelaufener Diesel sorgt für Umwelteinsatz auf der Autobahn A8 bei Neunkirchen

Neunkirchen. Bereits zum zweiten Mal binnen weniger Monate wurde die Feuerwehr Neunkirchen am Donnerstagmorgen, 10. Juli zu einem havarierten Lastkraftwagen auf die Bundesautobahn A8 alarmiert. Gegen 08:40 Uhr alarmierte die Leitstelle auf dem Saarbrücker Winterberg unter dem Alarmstichtwort „Auslaufender Diesel aus LKW die Löschbezirke Neunkirchen-Innenstadt sowie den benachbarten Löschbezirk Wellesweiler. Aus einem Sattelzug der sich auf der Autobahn A8, Fahrtrichtung Pirmasens in Höhe der Anschlussstelle Neunkirchen-Oberstadt befand, würden große Mengen Kraftstoff auslaufen, so die anfängliche Meldung.

Glück im Unglück – Der Fahrer des am Vorabend mit 1.200 l Diesel frisch betankten Sattelzuges konnte durch sein beherztes Eingreifen schlimmeres verhindern. Nachdem der Fahrer auf der Autobahn liegende Teile eines geplatzten Reifens überfuhr, lenkte er sein Fahrzeug geistesgegenwärtig auf den Rastplatz Kohlhof um sicher zu gehen, dass sein LKW keine Beschädigungen durch die Kollision erlitten hat. Als er feststellte, dass aus seinem Fahrzeug große Mengen Diesel ausliefen, verständigte er zuerst die Rettungskräfte und dichtete danach in Eigenregie die Tankleckage an seinem Fahrzeug bestmöglich ab.

2014-07-10-TH2-Auslaufender_Diesel_aus_LKW-NK_Inn-BAB8_Parkplatz_Kohlhof-1Beim Eintreffen der ersten Rettungskräfte der Feuerwehr und Polizei an der Einsatzstelle waren dennoch fast 600 l Dieselkraftstoff ausgelaufen. Neben der Fahrbahndecke des Rastplatzes waren auch die angrenzenden Grünflächen sowie die Oberflächenentwässerung der Autobahn betroffen. Umgehend wurden Fachkräfte des Landesamts für Umwelt- und Arbeitsschutz sowie der Landesbetrieb für Straßenbau verständigt. Währenddessen streuten die Feuerwehrmänner und -frauen den Parkplatz großflächig mit Ölbindemittel ab und sicherten die Unfallstelle gegen den Verkehr ab. Die zunächst durch die Feuerwehr durchgeführte Sperrung des Parkplatzes Kohlhof wurde später durch eine Absperrung des Landesbetriebs für Straßenbau ersetzt. Das kontaminierte Bindemittel wurde mit einer Kehrmaschine des Zentralen Betriebshofs Neunkirchen aufgenommen und später fachgerecht entsorgt.

Eine nähere Erkundung ergibt das die Drainage der Autobahn unweit der Einmündung der Furpacher Sebachstraße in den Kohlhöfer Torhausweg in eine Art naturbelassenem Bachlauf übergeht und von dort aus dann weiter in den Hauptsammler, neben dem Zubringer der Autobahnanschlussstelle Neunkirchen-Wellesweiler, läuft. Der über die Autobahndrainage abgelaufene Diesel fließt in den naturbelassenen Wasserlauf, versickert dort teilweise im Erdreich und läuft teilweise auch weiter in den Hauptsammler. Auch an dieser Stelle muss die Feuerwehr Maßnahmen zum Umweltschutz ergreifen, denn der kurze Bachlauf liegt mitten in einem Wassereinzugsgebiet. In direkter Nähe befinden sich auch mehrere Wasserbrunnen der KEW. Bevor die Feuerwehr ihre Arbeit am mit Diesel verseuchten Bachlauf aufnehmen kann muss zuerst das LfS die Uferböschung mit einem Spezialtraktor mähen. Den Bach streut die Feuerwehr großzügig mit schwimmendem Ölbindemittel ab und errichtet zwei kleine Dämme aus Sandsäcken und Ölbindevlies. So wird das bereits im Bach befindliche Diesel gebunden und eine weitere Verunreinigung verhindert. Um die kontaminierten Rohre der Autobahn zu spülen wird ein Kanalreinigungsfahrzeug einer Privatfirma bestellt. Um den große Saugwagen aufstellen zu können muss auch die Autobahnauffahrt Neunkirchen-Wellesweiler in Richtung Luxemburg gesperrt werden. Die Drainage wird in enger Zusammenarbeit zwischen Kanalreinigungsfirma und Feuerwehr gespült. Zunächst setzt die Feuerwehr kurz vor dem Auslauf der Drainage in den Bachlauf ein Dichtkissen in das Rohr. Danach wird das Rohrsystem mit dem Wasser aus einem Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr vom Parkplatz Kohlhof aus gespült. Das mit einem Reinigungsmittel versetzt Wasser wird unmittelbar vor dem Dichtkissen vom Saugwagen abgepumpt. Der Vorgang wird mehrfach wiederholt um die Rohre von Dieselrückständen zu befreien.

Die Feuerwehr Neunkirchen konnte ihren Einsatz nach knapp acht Stunden gegen 17 Uhr beenden. In der Spitze waren 40 Einsatzkräfte mit neun Einsatzfahrzeugen im Einsatz.

Text: Christopher Benkert Pressesprecher Feuerwehr Neunkirchen

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