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Neunkirchen. Hatte Sturm Bernadette an Rosenmontag die Stadt Neunkirchen noch weitgehend verschont, traf fast eine Woche später Sturmtief Eberhard die Kreisstadt am Sonntag, 10. März umso härter. Stundenlang befanden sich seit dem Nachmittag alle sieben Löschbezirke der Freiwilligen Feuerwehr Neunkirchen im Dauereinsatz, um die zahlreichen Sturmschäden zu beseitigen. Bis in den Abend hinein war die Neunkircher Wehr 35 Mal im Einsatz gefordert. Drei Häuser in der Bahnhofstraße wurden wegen erheblicher Sturmschäden an den Dächern unbewohnbar.

Über den ganzen Sonntag hinweg fegten die teils starken Windböen von Sturm Eberhard über die Kreisstadt Neunkirchen hinweg, zerrten beständig an Bäumen und Dächern. Um 13:40 Uhr löste Eberhard dann den ersten Feuerwehreinsatz in der Stadt aus. Ein kräftiger Ast war kurz hinter dem Ortsausgang von Furpach auf die Landesstraße L114 gestürzt.

Aber noch bevor Kräfte des alarmierten Löschbezirks Furpach vor Ort eintrafen hatte ein Autofahrer beherzt zugegriffen und den Ast beiseite gezogen. Nur eine Stunde nach dieser guten Tat für die Feuerwehr sollte es aber Schlag auf Schlag gehen. Ab kurz vor 15 Uhr gingen in kurzer Folge Notrufe wegen zahlreicher Sturmschäden in allen Neunkircher Stadtteilen bei der Saarbrücker Integrierten Leitstelle ein.

Um schnell und in angemessener Stärke auf alle Notrufe der Bevölkerung reagieren zu können wurden deswegen alle sieben Neunkircher Löschbezirke in Einsatzbereitschaft versetzt. 100 Neunkircher Feuerwehrleute besetzten daraufhin für die nächsten Stunden ihre Gerätehäuser, um von dort aus ohne Zeitverzug mit ihren Einsatzfahrzeugen zu den Hilfeersuchen der Bevölkerung ausrücken zu können. Die Koordination der Einsatzkräfte im Stadtgebiet übernahm die Besatzung des an der Feuerwache in der Innenstadt in Stellung gegangenen Einsatzleitwagens zusammen mit der Wehrführung.

Im Laufe des Nachmittags und frühen Abends mussten die Kräfte der Neunkircher Wehr zu 35 Einsätzen, in der Hauptsache Sturmschäden, ausrücken. Am häufigsten waren umgestürzte oder kurz vor dem Umstürzen stehende Bäume sowie Schäden an Dächern und Kaminen zu verzeichnen. Teilweise wurden aber auch Absperrungen, Schilder und Werbetafeln vom Wind umgeweht. Beispielsweise stürzte bei Hangard ein Baum auf die L121 und in der Höcherbergstraße in Hangard sogar auf ein Wohnhaus. In Sinnerthal landete ein umgeknickter Baum auf einer Stromleitung, die für die Beseitigung des Baumes durch die Feuerwehr erst stromfrei geschaltet werden musste.

Vor allem in der Neunkircher Innenstadt mussten Straßen wegen herabstürzender Ziegel und Dachteile teilweise oder sogar komplett für den Verkehr gesperrt werden. Sehr langwierig war der Einsatz der Feuerwehr in der Bahnhofstraße, nachdem Sturm Eberhard dort besonders gravierende Schäden angerichtet hatte. Wie in einer Kettenreaktion hatte der Sturm hier mehrere Dächer und auch geparkte Autos teils erheblich beschädigt und das mit weitreichenden Folgen. Von einer Sturmböe waren Teile eines zur Gasstraße hin gelegenen Flachdachs weggerissen und auf das Dach eines der Häuser der Bahnhofstraße geweht worden. Die Dachteile schlugen mit so großer Wucht gegen den Kamin dieses Hauses, das dieser umstürzte, einen weiteren Kamin sowie die Dächer von insgesamt drei Häusern beschädigte.

Trümmerteile fielen auch auf die Bahnhofstraße hinunter und richteten Schäden an zwei dort geparkten Autos an. Von den angerückten Kräften aus dem Löschbezirk Wiebelskirchen musste die Bahnhofstraße wegen der Gefahr weiterer herabfallender Trümmer zunächst zwischen Wellesweiler- und Wilhelmstraße komplett gesperrt werden. Weil die Drehleiter der Feuerwehr Neunkirchen bereits anderweitig in der Stadt im Einsatz war, musste als Unterstützung die Drehleiter der benachbarten Ottweiler Wehr hinzugezogen werden. Vom Korb des Spezialfahrzeuges aus konnten Feuerwehrleute Trümmer von den drei beschädigten Hausdächern abräumen. Während des Einsatzes mussten zunächst die Bewohner des Hauses mit dem am stärksten beschädigten Dach ihre Wohnungen verlassen, später auch die Bewohner der beiden benachbarten Gebäude.

Nach einer Begutachtung der Schäden an den Gebäuden durch Mitarbeiter der Untere Bauaufsichtsbehörde mussten diese wegen der Einsturzgefahr der Kaminreste und der Schäden an den Dächern bis zur Behebung der Schäden als unbewohnbar erklärt werden. Fast alle betroffenen Hausbewohner konnten bei Verwandten und Bekannten unterkommen. Eine Familie mit Kind konnte unkompliziert und unbürokratisch in einem nahen Altenheim unterkommen. Über den Feuerwehreinsatz hinaus musste die Bahnhofstraße aus Sicherheitsgründen gesperrt bleiben. Auch in der Hangarder Lindenstraße waren Feuerwehr und Bauaufsicht gemeinsam im Einsatz, nachdem der Sturm einen Kamin beschädigt hatte.

Während beispielsweise auch in der Wellesweilerstraße und der Rödelsgasse Ziegel von Dächern herabgeweht wurden, beschädigten Sturmböen im Kleiberweg die Photovoltaikanlage eines Wohnhauses. Durch den Sturm hatten sich mehrere der großen Solarmodule gelöst, waren verrutscht und drohten abzurutschen. Nur jeweils mit Hilfe der Drehleitern der Feuerwehren Neunkirchen und Ottweiler, die zwischen den einzelnen Einsatzstellen hin und her fuhren, konnten die Schäden weit oben an den Hausdächern beseitigt werden. Vom Korb der beiden auf bis zu 30 m Höhe ausfahrbaren Drehleitern konnten sowohl die losen Ziegel, als auch die losen Photovoltaikmodule problemlos erreicht, entfernt und zu Boden gebracht werden.

Erst kurz nach 20 Uhr lies das Einsatzaufkommen in Neunkirchen derart nach, das die Einsatzbereitschaften in den sieben Löschbezirken nach über fünf Stunden wieder aufgelöst werden konnten. Aber auch noch später am Abend mussten die Feuerwehrleute in der Stadt teilweise zu neuen Sturmeinsätzen ausrücken. So stürzte etwa gegen 22 Uhr ein Baum auf die Straße Am Kohlwaldaufstieg und musste von der Feuerwehr entfernt werden.

Text/Foto: Benkert Feuerwehr NK

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