Der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald hat sich für einen schnellen und harten Lockdown ausgesprochen. „Die rapide steigenden Infektionszahlen zeigen, dass der ‚Lockdown light‘ nicht die erhofften Auswirkungen hat. Wir brauchen einen harten Lockdown, bereits ab kommender Woche, auch über Weihnachten und an Silvester, bis mindestens zum 10. Januar –dazu gibt es keine Alternative. Die Lage ist ernst, auch die Virologen sprechen von einer fragilen Situation und einem linearen Wachstum, einer steigenden Belastung der Krankenhäuser und einer diffusen Altersverteilung“, sagt Recktenwald.

 

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Es gehe um den Gesundheitsschutz, den Schutz vulnerabler, insbesondere älterer Menschen. Es gehe auch darum, eine Überlastung der Krankenhäuser zu verhindern. „Krankenhäuser brauchen wieder die Vorhalteprämie des Bundes, um Kapazitäten für Corona-Patienten schaffen zu können und personelle Verstärkungen“, ergänzt Recktenwald. Ebenso sei eine Entlastung der Gesundheitsämter notwendig. „Bei derart vielen Neuinfektionen pro Tag wie derzeit wird die Kontaktpersonenermittlung und somit die Verlangsamung und Unterbrechung von Infektionsketten immer schwieriger. Wir haben keine größeren Hotspots. Wir haben zwar einzelne Seniorenheime mit hoher Fallzahl und auch einzelne Fälle an Schulen, Aber insgesamt ist das Infektionsgeschehen diffus und geht quer durch alle Gemeinden und Generationen. Daher müssen wir sofort Kontakte beschränken, daher brauchen wir den harten Lockdown“, so Recktenwald.

 

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Der Landrat fordert auch eine Verlängerung der saarländischen Weihnachtsferien um die Faschingsferien aus. Nach den Ferien solle Hybridunterricht eingeführt werden, also die Aufteilung des Schulunterrichts zwischen Präsenz- und Onlineunterricht. „Dies würde die Raumsituation in unseren Schulen entlasten, dies würde die Umsetzung der Lüftungskonzepte vereinfachen, dies würde dafür sorgen, dass in Schulbussen und auf dem Pausenhof weniger Schüler sind, somit weniger Kontakte stattfinden“, erläutert Recktenwald. In Kindergärten müsse eine Notbetreuung eingeführt werden. Zudem fordert Recktenwald, dass Pflegeheime und Behinderteneinrichtungen stärker geschützt und regelmäßig getestet werden. „Hier brauchen wir eine erweiterte Teststrategie für Bewohner und Mitarbeiter“, so Recktenwald. Notwendig seien auch weiterhin finanzielle Hilfen für alle betroffenen Branchen. Der Landrat werde daher dem Kreistag des Landkreises St. Wendel, der am kommenden Montag tagt, empfehlen, die Pachthilfen für die Betriebe am Bostalsee zu verlängern.