80 Feuerwehrleute kämpfen 12 Stunden gegen schweren Brand in Wiebelskirchen

Stundenlang kämpften die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Neunkirchen von den frühen Morgenstunden des Mittwochs, 23. März an bis weit in den Nachmittag hinein gegen einen Großbrand in einem leerstehenden Wohnhaus in der Schillerstraße im Neunkircher Stadtteil Wiebelskirchen. Der Brand, zu dem die Feuerwehr um 5 Uhr in der Früh gerufen worden war, hatte schnell auf den Dachstuhl des Hauses übergegriffen. Mit Hilfe des Technischen Hilfswerks (THW) mussten die ausgebrannten Reste des Dachstuhles komplett abgetragen werden, um auch letzte Glutnester löschen zu können.

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Sehr kurz fiel die Nacht zum Mittwoch, 23. März für die ehrenamtlichen Feuerwehrleute aus Wiebelskirchen und der Neunkircher Innenstadt aus. Gleich zwei Einsätze hielten sie in den späten Abend- und den Nachstunden auf Trab und ließen nicht viel Zeit für Schlaf. Zunächst brannte es noch am Dienstagabend gegen 23 Uhr in einer Shisha Lounge in der Neunkircher Lindenallee. Bis nach Mitternacht befanden sich dort Wehrleute aus den Löschbezirken Neunkirchen-Innenstadt und Wiebelskirchen im Einsatz. Schon um 1:40 Uhr in der Nacht folgte der nächste Einsatz für den Löschbezirk Wiebelskirchen. Nach einem Verkehrsunfall waren in der Kuchenbergstraße Betriebsmittel aus einem Fahrzeug ausgelaufen.

Originalaufnahme: Christopher Benkert (Feuerwehr Neunkirchen)

Nur drei Stunden später war die Nachtruhe für die Feuerwehrleute in Neunkirchen endgültig zu Ende. Um 5 Uhr wurden sie zu einem Brand in einem leerstehenden Wohnhaus in der Schillerstraße in der Wiebelskircher Ortsmitte gerufen. Erneut wurden die Löschbezirke Wiebelskirchen und Neunkirchen-Innenstadt sowie zusätzlich auch Hangard und der Einsatzleitwagen aus Wellesweiler alarmiert. Als die Einsatzkräfte kurz darauf in der Schillerstraße eintrafen, stand das freistehende Einfamilienhaus bereits lichterloh in Flammen. Vom ersten Stock des anderthalbgeschossigen Hauses hatte sich der Brand bereits begonnen auf das Dach auszubreiten. Mit einem beherzten vom Gebäudeinneren vorgetragenen Löschangriff versuchten mit Atemschutzgeräten ausgerüstete Feuerwehrleute noch Schlimmeres zu verhindern, doch konnten sie die schlagartige Durchzündung aufgeheizter Rauchgase im Dachstuhl nicht mehr verhindern. Binnen weniger Augenblicke entzündeten sich die heißen Rauchgase unter dem Dach und setzten den ganzen Dachstuhl in Brand. Wegen der von der Durchzündung ausgehenden Gefahr und weil bereits Teile der Decke des Obergeschosses hinabfielen, musste die Feuerwehr ihren Innenangriff aus Sicherheitsgründen vorerst abbrechen.

Originalaufnahme: Christopher Benkert (Feuerwehr Neunkirchen)

Vom Feuer aus dem Gebäudeinnern verdrängt, konnte die Feuerwehr den Brand zunächst nur noch von außen bekämpfen. Als wertvolle Hilfe erwies sich dabei erneut die Drehleiter der Neunkircher Wehr. Von ihrem Korb aus konnten Feuerwehrleute das Dach Stück für Stück von Ziegeln befreien und so für den Einsatz des ebenfalls auf dem Korb montierten Wasserwerfers öffnen. Erst nachdem der Löschangriff von außen Wirkung zeigte, konnte später am Morgen ein weiterer Löschangriff im Gebäudeinneren vorgetragen werden. Unterstützung leisteten dabei aus dem Löschbezirk Furpach zusätzlich hinzugezogene Atemschutzgeräteträger. In mühsamer Arbeit mussten die Feuerwehrangehörigen – nach wie vor unter Atemschutz – das Dach von innen her mit Kettensägen, Äxten und Einreißhaken gewaltsam öffnen, um das tief ins Dachgebälk gefressene Feuer freilegen und löschen zu können. Gleichzeitig arbeitete sich auch die Besatzung der Drehleiter weiter von außen vor und deckte immer weitere Teile des Daches für den Löschangriff ab. Immer wieder flammte der Brand im Dachbereich von neuem auf, doch gelang es der Feuerwehr letztlich in einem anstrengenden Einsatz das Feuer unter Kontrolle zu bringen.

Weil sich der kraftraubende Einsatz über Stunden hinzog, war auch das DRK zur Versorgung und medizinischen Absicherung der Feuerwehrleute verständigt worden. Während das DRK aus Wiebelskirchen die Verpflegung der Einsatzkräfte übernahm, löste das DRK aus Sankt Ingbert den Rettungswagen der Neunkircher Feuerwehr in der medizinischen Absicherung vor Ort ab.

Originalaufnahme: Christopher Benkert (Feuerwehr Neunkirchen)

Unterstützung erhielt die Feuerwehr bei ihrem Einsatz ab der Mittagszeit durch Kräfte des Technischen Hilfswerkes (THW). Zunächst forderte die von Wehrführer Stefan Enderlein unterstützte Einsatzleitung den Baufachberater aus dem Ortsverband Illingen, kurz darauf auch den Ortsverband Spiesen-Elversberg mit seinem großen Radbagger an. Weil das händische Öffnen und Abtragen des Daches nicht nur sehr viel Zeit in Anspruch nahmen, sondern auch nicht alle vom Brand betroffenen Bereiche erreicht werden konnten, wurde das Dach mit Hilfe des THW-Baggers komplett abgerissen. Nach und nach rissen die THW-Helfer mit ihrem mit einem Greifer ausgestatteten Bagger die ausgebrannten Überreste des Dachstuhls hinunter. Am Boden wurden die Überreste des Daches von Feuerwehrleuten nochmal gründlich abgelöscht sowie auch das freigeräumte Obergeschoss von der Drehleiter aus noch einmal mit einer Schicht aus Löschschaum abgedeckt, um auch letzte Glutnester zu ersticken.

Originalaufnahme: Christopher Benkert (Feuerwehr Neunkirchen)

Erst danach konnte nach zwölf Stunden der Feuerwehreinsatz in der Schillerstraße beendet werden. Zuletzt befand sich jedoch nur noch eine kleine Mannschaft der Löschbezirke Wiebelskirchen und Neunkirchen-Innenstadt gemeinsam mit dem THW im Einsatz. In der Spitze waren die Neunkircher Wehr, das THW sowie auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) aber mit rund 80 Einsatzkräften vor Ort. Die Polizei nahm noch während des Feuerwehreinsatzes Ermittlungen zur Brandursache auf.

Um sich über die Arbeit der ehrenamtlichen Einsatzkräfte und den Fortgang der Löscharbeiten zu informieren kamen neben Kreisbrandinspekteur Michael Sieslack auch Oberbürgermeister Jörg Aumann und Landrat Sören Meng an die Einsatzstelle in der Schillerstraße.

Originalaufnahme: Christopher Benkert (Feuerwehr Neunkirchen)

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