Korruption! LuPa-‚König‘ Welker vor dem Aus – Koffer mit 389.000 € gefunden

Was für eine Posse rund um den Saarbrücker Stadion-Boss Martin Welker und die Immobilie an sich. Die Geschichte vom Bau des Ludwigsparkstadions selbst ist an Peinlichkeit schon nicht zu überbieten, hat sie sich mittlerweile auch weit über die Grenzen des Saarlandes hinaus herumgesprochen. Nun könnte aber gerade der als Heilsbringer gefeierte Stadionmanager Martin Welker – Rechtsanwalt und Geschäftsführer der Städtischen Baugesellschaft ‚GIU‘ – der Unverfrorenheit die Krone aufsetzen: Die Staatsanwaltschaft hat zuletzt Geschäfts- und Privaträume Welkers durchsucht. Der Vorwurf: Korruption. Welker soll Preise von Konkurrenten um Bauaufträge beim Umbau des Stadions an einen Kumpel-Bauunternehmer verraten haben. Dafür soll dieser seinen schnieken Sportwagen TÜV-konform in Schuss gebracht haben. 

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Das dubiose Vermögen im Geldkoffer und die große Unwissenheit

So weit, so schlecht. Nun kommt aber auch noch ein Geldkoffer, gefüllt mit rund 389.000 € in bar ins Spiel. Dieser wurde nämlich schon 2021 bei einer Steuerfahndung in der Wohnung Welkers in Neunkirchen gefunden. Welker hat der SZ gegenüber bestätigt, dass dies auch tatsächlich sein Koffer war. Den Inhalt (das Geld) soll ihm aber sein damaliger Bauunternehmer-Kumpel Martin Gihl aus Eppelborn bei einer wilden Sylvester-Sause in Welkers Räumen heimlich in den Koffer geschmuggelt und dann in der Wohnung platziert haben. Angeblich wollte Gihl Schwarzgeld bei Seite schaffen und habe deshalb diesen wahnwitzigen Weg gewählt. Welker hingegen gab an, dass er nicht gemerkt habe, dass Gihl das Vermögen dort deponiert hatte. 

Martin Welker in seinem Element: Er ließ sich als Retter des Bauvorhabens Ludwigspark feiern (Archivbild)

Das alles klingt schon sehr fantastisch. Zumal bei Welker in der Vergangenheit SZ-Informationen nach bereits wegen Steuerhinterziehung vors Landgericht geladen wurde. Er soll einfach über Jahre hinweg keine Steuererklärungen abgegeben haben. Und diese Strategie klappt bekanntlich nur bedingt gut… 

 

Welker immer wieder Welker

Bereits während des Umbaus lieferte sich der Vertraute von Saarbrücken Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU) schon wilde Schlachten. Z. B. Damals mit dem Bauunternehmer Peter Groß. Hier hat Welker als Stadionchef offene Rechnungen nicht beglichen – angeblich wegen Mangelleistung. Der Streit ging in eine wahre Medienschlammschlacht über und endete letztlich vor Gericht. Welker – der sich in der Vergangenheit in seiner Rolle als ‚König des Ludwigsparks‘ selbst immer besser gefiel, kostete dieser Skandal den Job als Baudezernent von Saarbrücken. Saarbrückens OB wollte Welker unbedingt, doch nach dem öffentlichkeitswirksamen Streit mit Peter Groß Bau, schien er für diesen Posten nicht mehr vermittelbar. Beliebt war der Chef des Stadions bei Baupartnern, Mietern und Mitarbeitern ohnehin nie. So berichten nicht Wenige, dass sein Ton ihnen gegenüber oft sehr zu wünschen übrig ließ. 

Hat es tatsächlich Korruption beim Umbau des Saarbrücker Ludwigspsparkstadions gegeben? (Archivbild)

Doch nicht nur der Zoff mit Bauunternehmern, die Korruptionsvorwürfe und die Art und Weise des Umgangs haben an Welkers Status genagt: Im Stadion setzte sich unter seiner Leitung  die Liste der Pleiten und Pannen unvermindert fort: So klingelt den Fans des 1. FC Saarbrücken immer noch die unsägliche Rasen-Thematik in den Ohren. Die sündhaft teure Rasenheizung funktionierte lange Zeit überhaupt nicht. Auch die Drainagen, mit denen Wasser vom Platz abfließen soll, waren ein Desaster, so dass der Fußballclub aus der Landeshauptstadt so manches Spiel im Winter verschieben musste. Und an vielen Stellen regnet es nach wie vor ins Stadion rein.

Der Aufsichtsrat der GIU hat nun in einer Sondersitzung die Reißleine gezogen und Welker erst mal beurlaubt. Schwer vorstellbar, dass dieser danach noch einmal auf seinen Posten zurück kehren kann. Zu schwer liegen die Lasten auf seinen Schultern, auch wenn natürlich auch in diesem Fall bis zu einer möglichen Verurteilung die Unschuldsvermutung gilt. Saarbrücken OB Conradt hat derweil in einer separaten Stellungnahme über seinen Stadtsprecher ausrichten lassen, dass man sich zu diesem Vorfall erst mal nicht weiter äußern möchte…

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