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600 neue Stellen in Ensdorf – Kanzler Scholz gibt Startschuss für neue Chipfabrik

Ensdorf/Saarbrücken: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat am heutigen Mittwochnachmittag dem Saarland einen Kurzbesuch abgestattet. Mit ihm reiste Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) an. Der Grund: Die Bekanntgabe der Pläne des US-amerikanischen Chip-Herstellers Wolfspeed. Der will gemeinsam mit dem Automotive-Konzern ZF auf dem Gelände des ehemaligen VSE-Kraftwerks in Ensdorf, das bereits seit 2017 brach liegt, eine riesige Chip-Fabrik errichten. Rund 3 Milliarden Euro soll das neue Werk kosten, Wolfspeed, der neue Bauherr (gemeinsam mit ZF) rechnet mit 20 – 25% Förderung durch die EU. Der Baustart soll noch in diesem Jahr erfolgen.

Rund 600 Jobs sollen dadurch im Saarland entstehen, dem zuletzt durch den Wegfall der Automobil-Herstellung von Ford in Saarlouis keine gute Arbeitsmarkt-Prognose beschieden worden ist. Ursprünglich hoffte man sogar, dass hier über 1.000 Arbeitsplätze entstehen könnten. Und so landete kurz vor 15 Uhr die Regierungsmaschine 14-02 der Luftwaffe mit der hohen Politikprominenz aus Berlin kommend auf dem Flughafen in Ensheim. Von dort ging es mit Staatskarossen begleitet von der Motorradstaffel der Polizei über die A6 und die A620 nach Ensdorf ans ehemalige Kraftwerks-Gelände.

Dort sprach Scholz über die Bedeutung der Neuansiedlung: „Ich freue mich sehr über diese Investition in Deutschland. Die Fertigungsanlage für hochmoderne Halbleiter von Wolfspeed und ZF ist ein wichtiger Beitrag zur Versorgungssicherheit der deutschen und europäischen Industrie.“ Gregg Lowe, Präsident und CEO von Wolfspeed erklärte, dass sie sich auf der Suche nach einem geeigneten Standort einfach ins Saarland verliebt hätten und dort Geschichte schreiben wollen. Neben Scholz, Habeck und Lowe, waren auch Saar-Ministerpräsidentin Anke Rehlinger und Saar-Wirtschaftsminister Jürgen Barke vor Ort.

Auch Habeck fand nur positive Worte über die geplante Fabrik: „Das Investitionsvorhaben ist eines der größten in der Geschichte des Saarlands und schafft neue Arbeitsplätze in der Region. Die Investitionen in Forschung und Entwicklung und die Produktion von modernen Chips haben aber Strahlkraft weit über das Saarland hinaus. Und auch für den Klimaschutz ist die Ansiedlung sehr wichtig. Wir brauchen hochmoderne Chips und innovative Leistungselektronik für die Nutzung erneuerbarer Energien oder für die E-Mobilität.“ Als Normalbürger kam man an den Kanzler nicht heran, nur vor der Einfahrt zum Kraftwerk standen etwa ein Dutzend Demonstranten. Gegen 17 Uhr hoben der Kanzler und sein Vize wieder in Saarbrücken ab Richtung Berlin.

Der Landkreis Saarlouis blickt nach der Ansiedelung von Nobilia, der Zusage einer Fabrik von SVolt und nun Wolfspeed wieder optimistisch in die Zukunft. Schafft man es nun auch wieder neuen Elektroautobauer in die ehemaligen Ford-Hallen zu bekommen, hat der Landkreis eine sehr gute Perspektive.

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