Verhaltensauffälligkeiten und Gewalt: Schulbarometer 2025 alarmiert
Saarbrücken – Die Ergebnisse des Deutschen Schulbarometers 2025 zeichnen ein deutliches Bild: Lehrkräfte in Deutschland – und insbesondere auch im Saarland – sehen sich mit immer größeren Herausforderungen konfrontiert. Besonders belastend empfinden viele Pädagogen das Verhalten ihrer Schüler, die zunehmende Gewalt im Schulalltag sowie den wachsenden Zeitdruck. Die bundesweit erhobene Umfrage wurde vom Bundeskriminalamt initiiert und vom infratest dimap Institut wissenschaftlich begleitet.
Im Saarland reagierte der Verband der Lehrer an Gemeinschafts- und Förderschulen (VRB Saarland) am Mittwoch mit deutlichen Worten auf die aktuelle Studie. Die Vorsitzende Karen Claassen kritisierte in einer Mitteilung die Bildungspolitik als „ideologisch geprägt“ und warf den Verantwortlichen vor, die Realität an den Schulen zu ignorieren. Probleme wie verhaltensauffällige Schüler, große und heterogene Klassen sowie ein eklatanter Lehrkräftemangel seien seit Jahren bekannt, würden aber nicht entschlossen angegangen.
Laut Schulbarometer zählen bundesweit rund 42 Prozent der Lehrkräfte das Schülerverhalten zu den größten Belastungsfaktoren im Schulalltag. Die Situation in Haupt-, Real- und Gemeinschaftsschulen – wie sie im Saarland häufig vorkommen – sei dabei besonders angespannt. Auch psychische Belastungen, Überforderung durch Bürokratie und fehlende Unterstützungsteams spielen laut der Befragung eine zentrale Rolle.
Der VRB Saarland fordert nun konkrete Maßnahmen. Neben mehr Unterstützungspersonal verlangt der Verband einen flächendeckenden Ausbau des schulpsychologischen Dienstes und der Schulsozialarbeit sowie den Einsatz multiprofessioneller Teams an allen Schulen. „Lehrkräfte allein können die Vielzahl an sozialen, emotionalen und unterrichtlichen Aufgaben nicht mehr leisten“, so Claassen.
Die Digitalisierung sei ebenfalls ein Punkt, an dem Schulen im Saarland oft noch Nachholbedarf hätten. Der gezielte und pädagogisch fundierte Einsatz von Künstlicher Intelligenz müsse stärker gefördert werden, fordert der Verband. Auch räumliche Missstände würden die tägliche Arbeit erschweren – viele Schulgebäude seien marode oder für moderne Unterrichtskonzepte ungeeignet.
Trotz vieler politischer Versprechungen fehle es laut Verband weiterhin an konkretem Fortschritt. „Von attraktiven Arbeitsbedingungen für Lehrende und Lernende können wir weiterhin nur träumen“, heißt es in der Mitteilung weiter. Angesichts des deutschlandweiten Fachkräftemangels werde es für Schulen zunehmend schwieriger, mit anderen Arbeitgebern um qualifiziertes Personal zu konkurrieren.
Das Deutsche Schulbarometer bestätigt: Ein Großteil der Lehrkräfte sieht akuten Handlungsbedarf. Die Zahlen und Aussagen der Studie decken sich mit den Forderungen aus dem Saarland. Ob die nun erneut geäußerte Kritik zu politischen Konsequenzen führt, bleibt abzuwarten. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



