Wenn das Schlimmste passiert: Diese Menschen lernen in ihren dunkelsten Stunden zu helfen

Ob tödlicher Verkehrsunfall, plötzlicher Todesfall oder schwere Katastrophe: Wenn Menschen unter Schock stehen, sind die Helfer der Notfallseelsorge zur Stelle. Jetzt bekommt die wichtige Arbeit im Saarland Verstärkung.

Saarbrücken. Wenn Feuerwehr und Rettungsdienst nach einem schweren Unfall um Menschenleben kämpfen, stehen Angehörige oder Augenzeugen häufig unter Schock. Manchmal müssen Familien erfahren, dass ein geliebter Mensch plötzlich gestorben ist. In solchen Momenten braucht es nicht nur medizinische Hilfe, sondern auch jemanden, der zuhört, Trost spendet und einfach da ist. Genau dafür gibt es die Psychosoziale Notfallversorgung, kurz PSNV. Acht Saarländer haben jetzt einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu dieser verantwortungsvollen Aufgabe geschafft.

Am Samstag (8. November 2026) haben acht Teilnehmer aus dem Regionalverband Saarbrücken sowie den Landkreisen Neunkirchen, Saarlouis, Saarpfalz und St. Wendel ihre theoretische Ausbildung zur PSNV-Fachkraft erfolgreich abgeschlossen. In den vergangenen Ausbildungsabschnitten beschäftigten sie sich intensiv mit der Frage, wie Menschen in akuten seelischen Ausnahmesituationen professionell begleitet werden können. Der erfolgreiche Abschluss ist ein wichtiger Meilenstein, allerdings noch nicht das Ende der gesamten Qualifizierung.

Hinter der Ausbildung steht die Notfallseelsorge und Krisenintervention Saarland e.V. Der gemeinnützige Verein organisiert seit 2006 ein saarlandweites Netzwerk für psychosoziale Notfallhilfe und ist als Fachdienst des saarländischen Katastrophenschutzes anerkannt. Seine Helfer arbeiten ehrenamtlich und sind in regionalen Einsatzgruppen organisiert. Sie unterstützen Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst überall dort, wo Menschen nach einem erschütternden Ereignis seelischen Beistand benötigen.

Die Einsatzgebiete sind vielfältig: Nach einem tödlichen Verkehrsunfall kümmern sich die Fachkräfte beispielsweise um Angehörige oder Unfallzeugen. Sie begleiten Menschen nach einem plötzlichen Todesfall, helfen bei der Überbringung schlimmer Nachrichten und stehen Betroffenen nach schweren Unglücken zur Seite. Dabei geht es nicht darum, eine psychotherapeutische Behandlung zu ersetzen. Vielmehr leisten die Helfer unmittelbare Unterstützung in den ersten Stunden einer Krise. Die Hilfe steht Menschen unabhängig von ihrer Religion oder Kirchenzugehörigkeit offen.

Doch auch diejenigen, die täglich andere Menschen retten, können selbst an ihre psychischen Grenzen geraten. Deshalb gehört zur Arbeit des Vereins ebenfalls die Betreuung von Einsatzkräften nach besonders belastenden Erlebnissen. Feuerwehrleute, Polizisten und Rettungsdienstmitarbeiter können beispielsweise nach schweren Unglücken psychosoziale Unterstützung erhalten. Die Notfallseelsorge bietet damit gewissermaßen Erste Hilfe für die Seele – sowohl für Betroffene als auch für ihre Helfer.

Bis die acht Absolventen eigenverantwortlich zu Einsätzen ausrücken dürfen, sind weitere praktische Ausbildungsabschnitte und Prüfungen erforderlich. Nach Angaben des Vereins gehören dazu unter anderem Einsatzbegleitungen sowie schriftliche, mündliche und praktische Prüfungen. Die Arbeit verlangt neben fachlichem Wissen vor allem Einfühlungsvermögen, Belastbarkeit und die Fähigkeit, auch in extrem schwierigen Situationen Ruhe zu bewahren. Die Notfallseelsorge und Krisenintervention Saarland gratuliert den acht Teilnehmern zu ihrem erfolgreichen Abschluss. Wer sich selbst für eine ehrenamtliche Mitarbeit interessiert, findet Informationen unter www.psnv-saarland.de.

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