Warnung vor dubiosen Dachrinnen-Angeboten in St. Wendel
St. Wendel – In der vergangenen Woche sind in St. Wendel erneut Vorfälle bekannt geworden, bei denen eine Firma durch Wurfzettel oder persönliche Ansprache vermeintlich günstige Erneuerungsarbeiten an Dachrinnen anbot. Die Polizei warnt eindringlich vor dieser Vorgehensweise, bei der Bürger nach Abschluss der Arbeiten nicht selten mit überhöhten Kostenforderungen konfrontiert werden.
Nach aktuellem Ermittlungsstand gehen die Täter systematisch vor. Hauseigentümer werden entweder direkt an der Haustür angesprochen oder erhalten Flyer im Briefkasten, auf denen günstige Angebote zur Reinigung oder Instandsetzung von Dachrinnen und Dachflächen beworben werden. Die Arbeiten erfolgen meist sofort, ohne vorherige vertragliche Grundlage, und sind oft nur oberflächlich ausgeführt. Anschließend fordern die vermeintlichen Handwerker Beträge im vierstelligen Bereich – Preise, die in keinem nachvollziehbaren Verhältnis zur erbrachten Leistung stehen.
Die Polizeiinspektion St. Wendel weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es sich bei der beschriebenen Vorgehensweise unter Umständen um strafbares Verhalten handeln könnte. Wenn zwischen Leistung und Gegenleistung ein auffälliges Missverhältnis besteht und eine bewusste Ausnutzung der Unerfahrenheit oder Hilflosigkeit der Geschädigten vorliegt, könnte der Verdacht auf Wucher im Sinne des § 291 Strafgesetzbuch vorliegen. Ebenso kann ein Betrug gemäß § 263 StGB in Betracht kommen, wenn eine Täuschung zum Erlangen eines Vermögensvorteils nachgewiesen werden kann.
Die Polizei rät dazu, sich nicht zu spontanen Arbeiten an Haus oder Grundstück überreden zu lassen. Vor der Erteilung eines Auftrags sollte stets ein schriftliches Angebot mit klarer Leistungsbeschreibung und Preisangabe eingeholt werden. Bürgerinnen und Bürger sollten sich nicht unter Druck setzen lassen – seriöse Handwerksbetriebe geben ausreichend Zeit zur Entscheidung. Im Zweifel ist es ratsam, Vergleichsangebote einzuholen oder sich im Bekanntenkreis nach seriösen Empfehlungen umzuhören.
Wer selbst betroffen ist oder Beobachtungen gemacht hat, die im Zusammenhang mit dieser Masche stehen könnten, wird gebeten, sich an die örtliche Polizeidienststelle zu wenden. Die Polizeiinspektion St. Wendel ermittelt in diesen Fällen weiter mit Nachdruck und bittet die Bevölkerung um Mithilfe bei der Aufklärung solcher Vorfälle. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



