Affäre bei laufender Handyaufnahme getötet: Hermeskeil-Mordprozess gestartet

Nordsaarland/Hermeskeil/Trier – Vor dem Landgericht Trier hat am Dienstag (13. Januar 2026) der Prozess wegen des gewaltsamen Todes einer 28-jährigen Frau begonnen. Angeklagt ist ein 35 Jahre alter Mann aus dem Nordsaarland. Zum Auftakt der Hauptverhandlung erklärte der Angeklagte, er könne sich an die Tat nicht erinnern. Er sprach von einem vollständigen Erinnerungsausfall und einem psychischen Ausnahmezustand zur Tatzeit.

Nach Angaben der Verteidigung geht der Mann dennoch davon aus, die Schüsse abgegeben zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord vor. Demnach soll er Anfang Juni 2025 auf einem Parkplatz bei Hermeskeil mehrfach mit einer Schusswaffe auf die Frau gefeuert haben. Das Opfer erlag noch am Tatort seinen Verletzungen.

Eine zentrale Rolle im Verfahren spielt eine Tonaufnahme, die das Opfer selbst angefertigt haben soll. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte die Frau ihr Mobiltelefon eingeschaltet, als sie ihre Wohnung verließ, sodass das Geschehen akustisch dokumentiert wurde. Auf der Aufnahme ist laut Anklage zu hören, dass die Frau nach dem ersten Schuss noch um Gnade flehte, bevor ein weiterer, tödlicher Schuss abgegeben worden sein soll. Diese Aufzeichnung gehört zu den wichtigsten Beweismitteln der Anklage.

Hintergrund der Tat soll ein eskalierter persönlicher Konflikt gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft geht von einer außerehelichen Beziehung zwischen dem Angeklagten und der Getöteten aus, die der Mann am Tattag beenden wollte. Der Angeklagte erklärte vor Gericht, er habe keine Gefühle für die Frau gehabt und liebe seine Ehefrau, mit der er kurz zuvor ein Kind bekommen habe.

Der unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen geführte Prozess ist derzeit bis zum 28. Januar angesetzt. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)

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