Insolvenz bei Autozulieferer AIOS in Überherrn – Knapp 300 Jobs betroffen
Überherrn. Beim Autozulieferer AIOS in Überherrn ist ein Insolvenzantrag gestellt worden. Für knapp 300 Beschäftigte wächst damit die Sorge um ihre berufliche Zukunft.
Die Geschäftsführung der Automotive Integrated Overhead Systems GmbH (AIOS) in Überherrn-Altforweiler hat nach Angaben der IG Metall Völklingen am 20. Oktober einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Nach Gewerkschaftsangaben handelt es sich um einen Antrag auf ein Verfahren in Eigenverwaltung. AIOS produziert unter anderem Dachhimmel für Mercedes-Fahrzeuge.
Für Kritik bei der IG Metall sorgt auch der Ort der Antragstellung. Nach Angaben der Gewerkschaft sei der Antrag nicht im Saarland, sondern in Bremen gestellt worden. Die IG Metall bezeichnet dies als ungewöhnlich und sieht Klärungsbedarf. Eine Stellungnahme des Unternehmens zu den Vorwürfen liegt bislang nicht vor.
Die Gewerkschaft befürchtet schon länger eine Insolvenz. Nach ihren Angaben kursiere bereits seit Juni ein entsprechender Plan im Betrieb. Mit einem Sozialtarifvertrag versucht die IG Metall nach eigener Darstellung, die Interessen der Beschäftigten abzusichern und eine langfristige Perspektive für den Standort zu erreichen. Die Belegschaft wolle auch künftig anspruchsvolle Interieur-Produkte für die Automobilindustrie herstellen.
Deutliche Kritik kommt von Ralf Cavelius, dem 2. Bevollmächtigten der IG Metall Völklingen. Der Antrag auf Eigenverwaltung sorge für zusätzlichen „Argwohn“. Cavelius kritisiert insbesondere, dass die bisherige Unternehmensleitung im Rahmen einer Eigenverwaltung weiterhin eine maßgebliche Rolle spielen könnte. Aus Sicht der Gewerkschaft fehle bislang ein überzeugendes Konzept für eine langfristige Perspektive des Unternehmens.
Wie es für AIOS und die knapp 300 Beschäftigten weitergeht, dürfte sich in den kommenden Wochen entscheiden. Ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung bedeutet grundsätzlich nicht automatisch das Aus eines Unternehmens. Es soll einem Unternehmen vielmehr ermöglichen, sich unter gerichtlicher Aufsicht und mit Unterstützung eines Sachwalters zu sanieren.
Die IG Metall will unterdessen über eine Verschärfung ihres Vorgehens beraten. Bei einer Mitgliederversammlung am Samstag, 24. Oktober, sollen die nächsten Schritte besprochen werden. Nach Angaben der Gewerkschaft sind dabei weitere Maßnahmen bis hin zu einem zugespitzten Arbeitskampf ausdrücklich nicht ausgeschlossen. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



