Krankenhaus-Milliarde fürs Saarland: Das ändert sich jetzt für die Kliniken

Die Krankenhauslandschaft im Saarland soll kräftig umgebaut werden – allerdings ohne Klinikstandorte zu schließen. Gleichzeitig kündigt die Landesregierung Investitionen von mehr als einer Milliarde Euro in den kommenden zehn Jahren an.

Am Dienstag verabschiedete die Landesregierung den neuen Krankenhausplan für die Jahre 2027 bis 2035. Gesundheitsminister Magnus Jung stellte das Konzept vor. Die wichtigste Botschaft für Patienten: Die Grund- und Notfallversorgung soll weiterhin flächendeckend erhalten bleiben. Bei spezialisierten Behandlungen wird sich dagegen einiges verändern.

Komplizierte Eingriffe und Behandlungen sollen künftig stärker an bestimmten Kliniken gebündelt werden. Das betrifft beispielsweise Onkologie, Gefäßmedizin oder den Einsatz künstlicher Gelenke. Damit sollen medizinische Erfahrung und Personal konzentriert und teure Doppelstrukturen reduziert werden. Grundlage für die Neuordnung ist auch die Krankenhausreform des Bundes.

Konkret werden beispielsweise in Saarbrücken planbare endoprothetische Eingriffe stärker beim CaritasKlinikum gebündelt, während sich gefäßchirurgische Leistungen beim Klinikum Saarbrücken konzentrieren sollen. St. Ingbert soll insbesondere Orthopädie, Unfallchirurgie und Altersmedizin stärken. In Neunkirchen wird die Grund- und Notfallversorgung am Diakonie Klinikum konzentriert, während das Marienhaus Klinikum Schwerpunkte bei Frauenheilkunde, Geburtshilfe sowie Kinder- und Jugendmedizin erhält.

Auch die anderen Landkreise bekommen klare Schwerpunkte. In St. Wendel gehören dazu unter anderem Kardiologie, Neurologie und Geriatrie, in Merzig-Wadern Neurologie, Frührehabilitation und Palliativmedizin. Dort soll außerdem die künftige Nordsaarlandklinik die Versorgung stärken. Der Landkreis Saarlouis soll weiterhin ein breites Angebot vorhalten, unter anderem mit Schwerpunkten in Gefäßmedizin, Endoprothetik und Neurologie.

Richtig viel Geld soll den Umbau begleiten: Nach Angaben der Landesregierung stehen in den kommenden zehn Jahren mehr als eine Milliarde Euro aus Landes- und Bundesmitteln für Zuschüsse an die Krankenhausträger zur Verfügung. Die bisherige jährliche Förderung von 32,5 Millionen Euro soll dadurch mindestens verdreifacht werden. Gleichzeitig sollen höhere Förderquoten die Eigenanteile der Krankenhausträger reduzieren. Eine entsprechende Förderrichtlinie wird derzeit ausgearbeitet.

Gesundheitsminister Jung spricht von einem langfristigen Umbau, der bei Bedarf angepasst werden könne. Neben Investitionen und neuen medizinischen Schwerpunkten sieht er insbesondere die Gewinnung und Ausbildung von Fachkräften als entscheidend an. Zusätzlich zu der jetzt angekündigten „Krankenhausmilliarde“ steht nach Angaben der Landesregierung eine weitere Milliarde Euro für den Neubau des Zentralgebäudes des Universitätsklinikums bereit. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"

Werbeblock erkannt