Saarländisch vor dem Aus? Saar-Party-Sänger Manni Manta schlägt Alarm

Saarbrücken – Verschwindet Saarländisch langsam aus den Familien? Der saarländische Mallorca- und Partyschlagersänger Manni Manta („Saarbrigge du Geiler“) hat unserer Redaktion heute einen offenen Brief geschickt. Darin beschreibt er eine Beobachtung, die ihn nachdenklich macht: Viele Erwachsene reden untereinander tiefstes Saarländisch – sobald sie aber mit ihren Kindern sprechen, wechseln sie plötzlich ins Hochdeutsche.

Auch in seinem eigenen Umfeld erlebe er das regelmäßig. Eltern sprechen Mundart, Erzieherinnen unterhalten sich untereinander auf Saarländisch – mit den Kindern werde dagegen häufig Hochdeutsch gesprochen. Selbst seine eigene Tochter antworte ausschließlich auf Hochdeutsch, obwohl Manni Manta und seine Frau nach eigenen Angaben konsequent Saarländisch mit ihr sprechen.

Besonders kritisch hinterfragt der Sänger deshalb auch den Umgang mit Dialekt in Kitas. Er verweist auf das saarländische Bildungsprogramm und fragt, welchen Stellenwert Mundart dort tatsächlich hat. Allerdings darf daraus nicht der Eindruck entstehen, Kitas würden Saarländisch verbieten oder bekämpfen. Hochdeutsch zu vermitteln gehört zu ihren Bildungsaufgaben – Dialekt und Standardsprache schließen sich grundsätzlich nicht aus.

Manni Manta sieht das Problem ohnehin nicht allein bei Kitas. Er glaubt, dass sich in vielen Köpfen die Vorstellung festgesetzt habe, Hochdeutsch wirke gebildeter oder professioneller. Dazu nennt er ein Beispiel aus dem Alltag: Warum spreche eine Saarländerin in einer Arztpraxis plötzlich Hochdeutsch, obwohl beide Gesprächspartner aus der Region kommen? Seine provokante Frage: „Seit wann muss ein Saarländer aufhören, Saarländisch zu klingen, um professionell zu sein?“

Ganz unkritisch sollte man seine Sorge allerdings nicht übernehmen. Der Brief schildert zunächst persönliche Beobachtungen. Ob Kinder im Saarland tatsächlich deutlich weniger Dialekt sprechen als frühere Generationen und wie stark dieser Rückgang ist, ist bisweilen nicht mit Zahlen oder wissenschaftlichen Untersuchungen belegt. Auch ein Zusammenhang mit Kitas oder Schulen lässt sich daraus nicht ableiten. Genau diese Fragen wären aber interessant zu untersuchen.

Der Sänger will deshalb nach eigenen Worten vor allem eine Diskussion anstoßen. „Eine Mundart verschwindet nicht an einem Tag. Sie verschwindet leise“, schreibt er. Seine Botschaft richtet sich dabei vor allem an die Saarländer selbst: Wer möchte, dass der Dialekt auch in der nächsten Generation noch selbstverständlich gesprochen wird, muss ihn auch mit seinen Kindern sprechen.

Foto: Manni Manta

Wer tiefer in die Diskussion einsteigen will, findet mehr Infos auf der Website „http://Saarländischfürimmer.de„Sein Schlussappell: „Wenn wir es nicht tun, wer soll es machen?“. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)

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