Nach Amoklauf von Graz – Wie sicher sind unsere Saar-Schulen?
Saarbrücken – Der Amoklauf an einer Schule im österreichischen Graz, bei dem zehn Menschen ihr Leben verloren, hat weit über die Landesgrenzen hinaus Bestürzung ausgelöst. Für den Verband Reale Bildung Saarland (VRB Saarland) ist das tragische Ereignis ein erneuter Weckruf, auf die zunehmende Gewalt an Schulen auch hierzulande entschlossen zu reagieren. Der Verband warnt: Die Bedrohungslage durch Gewalt an Schulen ist auch in Deutschland längst Realität.
Immer häufiger berichten Lehrkräfte über gewaltsame Übergriffe, Beleidigungen und Bedrohungen im Schulalltag. Die Schulen spiegeln die zunehmende gesellschaftliche Gewaltbereitschaft wider – Studien belegen diesen alarmierenden Trend. Hinzu kommt: Viele Schulgebäude sind aus sicherheitstechnischer Sicht kaum auf Notlagen vorbereitet. „Glasfassaden und offene Bauweisen bieten keinerlei Schutz“, so der VRB. In anderen gesellschaftlichen Bereichen würden längst besondere Sicherheitsmaßnahmen gelten – es sei höchste Zeit, auch Schulen unter diesen Aspekten neu zu denken.
Dabei leisten Lehrer schon jetzt weit mehr als reine Wissensvermittlung. Sie setzen sich engagiert für Gewaltprävention, soziale Projekte und den interkulturellen Dialog ein. Doch sie stoßen an Grenzen – denn Schulsozialarbeit und therapeutische Unterstützung sind vielerorts unzureichend vorhanden. Der VRB fordert deshalb den konsequenten Aufbau multiprofessioneller Teams, flächendeckende Präventionsschulungen sowie eine stärkere Einbindung der Polizei in schulische Präventionsarbeit.
Konkret fordert der Verband: Schulen müssen zu geschützten Orten werden – durch Sicherheitskonzepte, bauliche Schutzmaßnahmen und psychosoziale Angebote. Therapieplätze für Kinder und Jugendliche müssten massiv ausgebaut, der Zugang zu sozialen Medien besser reguliert und Eltern stärker in ihrer Erziehungsrolle unterstützt werden. Die Schulsozialarbeit brauche endlich ausreichend Personal und Mittel. Auch verpflichtende Fortbildungen für Lehrkräfte zu Krisenintervention und Gewaltprävention seien längst überfällig.
„Die Politik darf nicht länger zusehen, wie sich Gewalt in unseren Bildungseinrichtungen ausbreitet“, mahnt Karen Claassen. Schulen müssten wieder zu sicheren Räumen werden – für Lernende wie Lehrende. Der gestrige Amoklauf sei ein dramatischer Weckruf: „Jetzt ist die Zeit zu handeln – nicht morgen, nicht irgendwann.“ JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



