Wildschweinplage in Fürstenhausen: Tiere immer häufiger in Wohngebieten
Völklingen – (Videobeitrag am Ende des Artikels) Im Völklinger Stadtteil Fürstenhausen sorgt eine zunehmende Wildschweinplage für Unruhe unter den Anwohnern. Immer häufiger dringen die Tiere in Siedlungen vor und hinterlassen dort deutliche Spuren ihrer nächtlichen Futtersuche.
Besonders betroffen ist unter anderem die Bergmannstraße, wie uns Lesereporter Chris erzählt. Dort wurden in den vergangenen Tagen mehrfach Mülltonnen von Wildschweinen umgeworfen. Auf der Suche nach Nahrung plünderten die Tiere unter anderem Biotonnen. In einem weiteren Fall zog ein Wildschwein sogar Müllsäcke aus einer schwarzen Tonne heraus und verteilte den Inhalt auf der Straße.
Dass Wildschweine immer häufiger in Wohngebieten auftauchen, hat mehrere Ursachen. Zum einen finden sie dort leicht zugängliche Nahrung – etwa in offenen Mülltonnen, Gärten oder auf Komposthaufen. Zum anderen verlieren die Tiere zunehmend ihre Scheu vor dem Menschen. Milde Winter, fehlende natürliche Feinde und ein reichhaltiges Nahrungsangebot sorgen zudem dafür, dass sich die Population stark vermehrt und neue Lebensräume erschlossen werden – auch mitten in Städten.
Neben den Sachschäden birgt die Entwicklung auch Gefahren für die Bevölkerung. Besonders dann, wenn sich Wildschweine bedroht fühlen, können sie aggressiv reagieren. Vor allem Bachen mit Frischlingen verteidigen ihren Nachwuchs entschlossen. Auch im Straßenverkehr stellen die Tiere ein erhebliches Risiko dar, da sie unvermittelt auf die Fahrbahn laufen und schwere Unfälle verursachen können.
Die Behörden raten deshalb zur Vorsicht: Wer einer Wildschweinrotte begegnet, sollte Ruhe bewahren, ausreichend Abstand halten und keinesfalls versuchen, die Tiere zu vertreiben oder zu füttern. Wichtig ist zudem, den Fluchtweg der Tiere nicht zu blockieren und sich langsam zurückzuziehen. Hunde sollten in betroffenen Gebieten stets angeleint werden.
Sichtungen von Wildschweinen in Wohngebieten sollten der Stadt oder dem zuständigen Ordnungsamt gemeldet werden, damit geeignete Maßnahmen zum Schutz von Mensch und Tier ergriffen werden können.
Hier ein Video von der Wildschwein-Wüterei in Fürstenhausen:



