Rauch über dem Saarland: Feinstaub-Messwerte schnellen am Abend deutlich nach oben
Saarland – Die Auswirkungen der derzeit über das Saarland ziehenden Rauchwolke lassen sich inzwischen offenbar auch im offiziellen Luftmessnetz erkennen. Die aktuellen Daten des Immissionsmessnetzes Saar (IMMESA) zeigen am Samstagabend an mehreren Messstationen einen teilweise drastischen Anstieg der Feinstaubkonzentration.
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Feinstaub PM10. Über weite Teile des Tages bewegten sich die Stundenwerte an den saarländischen Messstationen noch überwiegend im Bereich von ungefähr 15 bis 30 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Ab etwa 18 Uhr verändern sich die Kurven jedoch deutlich.

Messkurven schießen innerhalb kurzer Zeit nach oben
Unter anderem an den Stationen Ottweiler, Saarlouis-Fraulautern, Saarbrücken, Völklingen und Dillingen ist am Abend ein sprunghafter Anstieg zu erkennen.
Bei mehreren Stationen steigt die dargestellte PM10-Kurve sogar über die Obergrenze der Grafik von 150 µg/m³ hinaus. Der genaue Spitzenwert lässt sich deshalb aus der veröffentlichten Grafik derzeit nicht ablesen. In Dillingen liegt der dargestellte Wert zuletzt ebenfalls bereits deutlich über 100 µg/m³.
Auch beim besonders feinen PM2,5-Feinstaub zeigt sich ein ähnliches Bild. Während die Werte zuvor über Stunden vergleichsweise niedrig und stabil verliefen, steigen sie ab dem frühen Abend an mehreren Stationen innerhalb kürzester Zeit massiv an. Teilweise reichen auch hier die Messkurven über die Darstellungsgrenze von 100 µg/m³ hinaus.
Auffälliger zeitlicher Zusammenhang mit Rauchwolke
Der starke Anstieg fällt zeitlich genau in den Zeitraum, in dem sich die Rauchschwaden zunehmend über das Saarland ausgebreitet haben.
Zunächst hatten uns vor allem Meldungen aus dem Nordsaarland erreicht. Später wurde der Rauch unter anderem in Heusweiler, Neunkirchen, Saarbrücken und im Landkreis Saarlouis wahrgenommen.
Parallel dazu wurden Warnungen über KATWARN und Cell Broadcast verbreitet. Im Landkreis Saarlouis ist zudem vorsorglich ein ABC-Messwagen der Feuerwehr unterwegs, um an verschiedenen Stellen eigene Messungen durchzuführen.
Die aktuellen IMMESA-Daten sprechen damit zumindest für eine deutlich erhöhte Feinstaubbelastung zum Zeitpunkt des Eintreffens der Rauchschwaden. Ein direkter ursächlicher Zusammenhang mit den Wald- und Vegetationsbränden lässt sich allein anhand der Messkurven allerdings nicht abschließend beweisen.
Auch Saarbrücken und Saarlouis betroffen
Bei PM2,5 zeigen beispielsweise die Stationen Saarbrücken-Stadtmitte, Saarbrücken-Verkehr, Saarlouis-Fraulautern, Dillingen und Völklingen am Abend einen starken Ausschlag. Lediglich die Kurve der Station Lauterbach bleibt in der dargestellten Grafik zunächst deutlich niedriger.
Noch deutlicher fällt der Ausschlag bei PM10 aus. Hier zeigen die veröffentlichten Stundenwerte innerhalb kürzester Zeit eine außergewöhnliche Veränderung gegenüber den vorherigen Stunden.
Zum Vergleich: Im Wochenverlauf lagen die Feinstaubwerte zwar immer wieder kurzfristig höher, die aktuelle Entwicklung zeichnet sich jedoch durch den gleichzeitigen, steilen Anstieg an mehreren Messstationen aus.
Messwerte sind noch nicht validiert
Wichtig ist allerdings: Der Umweltserver des Saarlandes weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei den aktuell angezeigten Daten um nicht validierte Messwerte handelt. Die Werte können also nach einer technischen und fachlichen Prüfung noch korrigiert werden.
Dennoch zeigen die Messkurven sehr deutlich, dass sich die Zusammensetzung der Luft am Samstagabend an mehreren Orten des Saarlandes innerhalb kurzer Zeit verändert hat.
Blaulichtreport Saarland beobachtet die Entwicklung weiter. Sobald aktualisierte Messwerte oder Ergebnisse der Messungen der Feuerwehren vorliegen, berichten wir weiter.




