Nach Linken-Wahlsieg in Berlin: Saar-Polizei soll wechselwillige Beamte aufnehmen
Saarbrücken/Berlin – Der deutliche Wahlsieg der Linken in Berlin sorgt nun auch bei der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) im Saarland für Reaktionen. Der saarländische Landesverband fordert, Berliner Polizistinnen und Polizisten, die über einen Wechsel in ein anderes Bundesland nachdenken, gezielt eine berufliche Perspektive an der Saar anzubieten.
Hintergrund ist die Abgeordnetenhauswahl vom 20. September. Die Linke wurde mit 25,7 Prozent der Zweitstimmen erstmals stärkste Kraft in der Hauptstadt. Die CDU erreichte 18,8 Prozent, gefolgt von AfD mit 16,3 Prozent, Grünen mit 14,3 Prozent und SPD mit 12,1 Prozent.
Nach der Wahl hatte die DPolG Berlin deutliche Bedenken hinsichtlich möglicher Veränderungen in der Sicherheitspolitik geäußert. Der Landesverband warnt unter anderem vor weniger finanziellen Mitteln für die Polizei, einer Einschränkung von Befugnissen und dem Abbau aus seiner Sicht bewährter polizeilicher Instrumente. Dabei handelt es sich um die Position der Polizeigewerkschaft; welche konkreten Maßnahmen eine künftige Berliner Landesregierung tatsächlich umsetzen wird, steht angesichts der noch laufenden Regierungsbildung nicht fest.
Genau hier sieht die DPolG Saarland nun eine Chance für die Polizei an der Saar. Sollten Berliner Beamte aufgrund der politischen Entwicklung tatsächlich über einen Länderwechsel nachdenken, müsse das Saarland schnell reagieren. „Wenn gut ausgebildete und erfahrene Kolleginnen und Kollegen über einen Länderwechsel nachdenken, sollte das Saarland ihnen ganz klar sagen: Ihr seid bei uns willkommen“, erklärt DPolG-Landeschef Markus Sehn.
Nach Auffassung der Gewerkschaft könnte die gezielte Gewinnung bereits ausgebildeter Beamter eine Ergänzung zur klassischen Nachwuchswerbung sein. Denn auch die saarländische Polizei stehe im Wettbewerb um qualifiziertes Personal. Wer bereits jahrelange Berufserfahrung mitbringe, könne für die Polizei einen besonderen Wert haben. „Um solche Kolleginnen und Kollegen sollten wir uns aktiv bemühen“, fordert Sehn.
Konkret soll das saarländische Innenministerium nach Vorstellung der DPolG prüfen, wie Polizisten aus Berlin und anderen Bundesländern einfacher über einen möglichen Wechsel ins Saarland informiert werden können. Die Gewerkschaft nennt dabei feste Ansprechpartner, unkomplizierte Übernahmeverfahren sowie klare Informationen zu Laufbahn, Einsatzmöglichkeiten und zur Anerkennung bereits erworbener Berufserfahrung.
Dabei betont Sehn, dass es ausdrücklich nicht um eine Abwerbeaktion gegen die Berliner Polizei gehen solle. Die dortigen Einsatzkräfte leisteten unter hoher Belastung hervorragende Arbeit. Wer sich allerdings ohnehin persönlich oder beruflich neu orientieren wolle, dem sollte das Saarland aktiv eine Alternative anbieten.
„Wir brauchen eine starke Polizei und dafür brauchen wir Menschen, die diesen Beruf mit Erfahrung und Überzeugung ausüben“, erklärt Sehn. Seine Botschaft an wechselwillige Beamte aus der Hauptstadt fällt deshalb eindeutig aus: Wer sich für einen Neustart im Saarland interessiert, soll hier „offene Türen“ vorfinden. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



