Gewalt bei Schülerprotesten eskaliert – Alarm direkt an der Saar-Grenze
Saint-Avold/Nancy – Die heftigen Schülerproteste in Frankreich haben die Grenzregion zum Saarland erreicht. In Saint-Avold kam es am Donnerstag zu schweren Ausschreitungen. Vermummte Jugendliche feuerten Feuerwerksmörser ab, die Polizei setzte Tränengas ein. Ein Polizist wurde von einem Geschoss getroffen und verletzt. Insgesamt meldeten die Behörden allein im Département Moselle 39 Festnahmen.
Auch in Nancy eskalierte die Situation rund um mehrere Schulen. Barrikaden und Mülltonnen brannten, Polizisten wurden mit Gegenständen beworfen. Gleichzeitig demonstrierten dort allerdings auch zahlreiche Schüler friedlich für bessere Bedingungen und mehr Mittel an ihren Schulen. Rund 400 Jugendliche versammelten sich beispielsweise am Lycée Poincaré.
Besonders brisant sind Aufrufe für den heutigen Freitag. Nach Angaben der Behörden kursierten in sozialen Netzwerken und über einen verschlüsselten Messenger Nachrichten, in denen dazu aufgerufen wurde, sich am Lycée Frédéric-Chopin in Nancy mit Molotowcocktails, Feuerwerksmörsern und Benzin zu versammeln und das Schulgebäude anzuzünden.
Die Behörden reagieren deshalb mit massiven Sicherheitsmaßnahmen. Mehrere Schulen im Großraum Nancy bleiben geschlossen, Demonstrationen in ihrem Umfeld wurden verboten. Zudem darf die Polizei am Freitag zwischen 7.30 und 18 Uhr Drohnen zur Überwachung der Proteste in Nancy und mehreren Nachbarkommunen einsetzen. Auch Transport und Einsatz bestimmter Feuerwerkskörper und brennbarer Stoffe wurden eingeschränkt.
Die Lage ist längst nicht mehr auf Lothringen beschränkt. Landesweit bleiben am Freitag rund 400 Schulen geschlossen; rund um die betroffenen Einrichtungen wurden Versammlungsverbote angeordnet. Die französische Regierung versucht damit, weitere Ausschreitungen bei der Schülerbewegung zu verhindern.
Damit richtet sich der Blick am Freitagmorgen erneut unmittelbar vor die saarländische Haustür. Während viele Jugendliche für bessere Lernbedingungen protestieren, sorgen gewalttätige Gruppen und konkrete Aufrufe zu Brandanschlägen für eine völlig andere Dimension. In Lothringen stehen Polizei und Behörden deshalb erneut vor einem angespannten Einsatztag. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



