Zeitkapsel: Fünf unglaubliche Dinge, die am 21. Oktober geschahen

Das geschah am 21. Oktober: 116 Kinder unter einer Schlammlawine begraben und ein Admiral stirbt im Moment seines größten Triumphs – Foto: John Thorn / Geograph / CC BY-SA 2.0

Ein ganzes Dorf versinkt in Trauer, eine Seeschlacht verändert Europas Geschichte und Frauen erobern ein jahrzehntelang verweigertes Recht. Der 21. Oktober steckt voller dramatischer, bewegender und kurioser Geschichten. Unsere heutige Zeitkapsel führt durch mehr als 160 Jahre Weltgeschichte.

1805: Ein Admiral gewinnt die Schlacht seines Lebens – und stirbt
Am 21. Oktober 1805 treffen vor der spanischen Küste bei Trafalgar zwei gewaltige Flotten aufeinander. Der britische Admiral Horatio Nelson führt 27 Kriegsschiffe gegen 33 französische und spanische Schiffe. Es entwickelt sich eine der berühmtesten Seeschlachten der Geschichte.

Mitten im Gefecht wird Nelson auf seinem Flaggschiff HMS Victory von einer Musketenkugel getroffen. Schwer verletzt wird er unter Deck gebracht. Während seine Flotte einen entscheidenden Sieg erringt, stirbt der 47-Jährige an seinen Verletzungen.

Die Schlacht sichert Großbritannien für Jahrzehnte die Vorherrschaft auf den Weltmeeren. Nelson selbst erlebt seinen größten Triumph nicht mehr. Bis heute erinnert der Trafalgar Square in London an den historischen Sieg.

1945: Französische Frauen dürfen erstmals landesweit wählen
Am 21. Oktober 1945 erleben Millionen Französinnen einen historischen Moment: Erstmals dürfen sie an einer landesweiten Parlamentswahl teilnehmen. Während Frauen in anderen Ländern längst wählen können, hat Frankreich ihnen dieses Recht erst 1944 zugestanden.

Bereits im April 1945 hatten Frauen erstmals bei Kommunalwahlen ihre Stimme abgegeben. Nun dürfen sie auch über die politische Zukunft des gesamten Landes mitentscheiden. Frankreich wählt nach dem Zweiten Weltkrieg eine verfassungsgebende Nationalversammlung.

Das Ergebnis schreibt Geschichte: 33 Frauen ziehen erstmals als gewählte Abgeordnete in das französische Parlament ein. Viele von ihnen haben zuvor im Widerstand gegen die deutsche Besatzung gekämpft. Ein wichtiger Schritt auf dem langen Weg zur politischen Gleichberechtigung.

1959: Ein Museum sieht aus wie eine riesige Schnecke
Am 21. Oktober 1959 öffnet in New York ein Gebäude seine Türen, das die Architekturwelt verblüfft. Das neue Guggenheim Museum sieht völlig anders aus als klassische Kunstmuseen: Statt gerader Fassaden und rechteckiger Räume erwartet die Besucher eine gewaltige weiße Spirale.

Entworfen wurde das außergewöhnliche Bauwerk vom amerikanischen Stararchitekten Frank Lloyd Wright. Im Inneren führt eine spiralförmige Rampe um einen offenen Innenraum. Die Besucher können die Kunstwerke entlang dieses ungewöhnlichen Weges betrachten.

Wright selbst erlebt die Eröffnung nicht mehr. Er ist bereits sechs Monate zuvor gestorben. Sein letztes großes Werk wird zu einem der bekanntesten Museumsgebäude der Welt und zählt heute zu den Wahrzeichen New Yorks.

1966: Eine Schlammlawine begräbt eine ganze Schule – 144 Tote
Es ist der 21. Oktober 1966, kurz nach 9 Uhr morgens. Im walisischen Bergarbeiterdorf Aberfan sitzen zahlreiche Kinder in ihren Klassenzimmern. Es ist der letzte Schultag vor den Ferien. Plötzlich gerät oberhalb des Ortes eine gewaltige Halde aus Kohleabfällen ins Rutschen.

Die durch Wasser aufgeweichten Abfälle verwandeln sich in eine riesige Schlammlawine, die mit enormer Geschwindigkeit ins Tal rast. Sie zerstört Häuser und begräbt große Teile der Pantglas-Grundschule unter sich. Hunderte Helfer versuchen verzweifelt, verschüttete Menschen zu retten.

Am Ende steht eine erschütternde Bilanz: 144 Menschen sterben, darunter 116 Kinder. Untersuchungen machen später den staatlichen Kohlebergbaukonzern für die Katastrophe verantwortlich. Bis heute gilt Aberfan als eine der schlimmsten vermeidbaren Katastrophen der britischen Geschichte. Heute jährt sich das Unglück zum 60. Mal.

1967: Demonstranten wollen das Pentagon zum Schweben bringen
Am 21. Oktober 1967 versammeln sich Zehntausende Menschen in Washington, um gegen den Vietnamkrieg zu protestieren. Ihr Ziel ist das Pentagon, das riesige Hauptquartier des amerikanischen Verteidigungsministeriums.

Doch einige Aktivisten haben eine ungewöhnliche Idee: Sie wollen das Gebäude symbolisch durch die Kraft gemeinsamer Gedanken und Beschwörungen in die Luft heben. Zu den Beteiligten gehören bekannte Vertreter der amerikanischen Gegenkultur. Mit Gesängen und Ritualen soll das Pentagon von den vermeintlich bösen Kräften des Krieges befreit werden.

Natürlich hebt das Gebäude nicht ab. Der Protest entwickelt sich allerdings zu einer der bekanntesten Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg. Es kommt zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften und Hunderten Festnahmen. Die Aktion wird zum Sinnbild einer Generation, die mit ungewöhnlichen Mitteln gegen Krieg und staatliche Macht protestiert.


Ein tödlicher Triumph auf hoher See, ein Meilenstein der Gleichberechtigung, revolutionäre Architektur, eine unfassbare Tragödie und ein Protest, der buchstäblich hoch hinaus wollte: Der 21. Oktober zeigt, wie nah große Errungenschaften, menschliches Leid und außergewöhnliche Ideen in der Weltgeschichte beieinanderliegen.

Und wer weiß, welches Ereignis eines Tages dafür sorgen wird, dass auch der 21. Oktober 2026 in die Geschichtsbücher eingeht. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)

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