Als der Bostalsee zur Bühne des letzten Wunsches wurde

Bostalsee – Manchmal ist ein Tag mehr als nur 24 Stunden. Manchmal ist er ein Geschenk – verpackt in Sonne, Wasser und einem Hauch von Wind. Genau so ein Tag war es vergangene Woche am Bostalsee, als der ASB-Wünschewagen Saarland erneut seinem Namen alle Ehre machte und einer Hospizbewohnerin aus Schmelz einen Lebenstraum erfüllte: Noch einmal mit einem Segelboot über den See gleiten, das Ruder in der Hand, den Wind im Gesicht, das Herz weit.

Begleitet wurde die bewegende Fahrt von ihrer Tochter sowie den ehrenamtlichen Wunscherfüller:innen Julia, Inke und Arnold – drei Menschen mit offenen Herzen, bereit, für einen anderen Menschen Berge zu versetzen. Oder in diesem Fall: Segel zu setzen.

Am Zielort wartete bereits ein Empfang, wie man ihn sich schöner kaum vorstellen kann. Bei angenehmen 21 Grad und Sonnenschein begrüßten Willi und Evi, zwei erfahrene Segler mit einem großen Herzen, die kleine Gruppe am Steg. Ihr Boot, die „Romantica“, lag bereit – und seinem Namen machte es an diesem Tag alle Ehre. Wer bei dieser Geschichte auf Etikette pochte, war hier falsch: Unter Seglern wird sich geduzt, herzlich und unkompliziert.

Mit vereinten Kräften – unterstützt von Herrn Zogaj und Herrn Demaj von der Rettungswache Bostalsee sowie der Touristikzentrale – wurde der Fahrgast sicher an Bord gebracht. Die Crew arbeitete Hand in Hand, mit Fingerspitzengefühl und einem Blick fürs Wesentliche: Würde. Wärme. Menschlichkeit.

Dann hieß es: „Leinen los!“ und die „Romantica“ glitt hinaus auf das Wasser. Der Wind ließ sich anfangs bitten, doch irgendwann kam er – und mit ihm die Magie des Moments. Elf Knoten zeigte das GPS später, doch was wirklich zählte, war etwas anderes: das Lächeln auf dem Gesicht des Fahrgastes, die entspannte Haltung der Tochter, das leise Glucksen der Wellen, vermischt mit dem Klang von Gelächter und Gesprächen, die mal tiefgründig, mal leicht wie der Sommerwind waren.

Bild: ASB / Wünschewagen

Willi und Evi gaben nicht nur ihr Boot, sondern auch ihr Herz. Getränke, Sonnencreme und liebevolle Fürsorge machten das Erlebnis rund. Die Zeit auf dem See verflog – nicht, weil sie belanglos war, sondern weil sie erfüllt war. Von Nähe, Menschlichkeit und einem selten gewordenen Gefühl: Angekommen zu sein.

Zurück an Land klang der Tag im Restaurant Kostbar mit einem gemeinsamen Essen aus. Und während die Sonne langsam hinter den Baumwipfeln verschwand, blieb ein Gefühl zurück, das sich mit Worten kaum greifen lässt: Dankbarkeit. Fürs Leben. Für die Menschen. Für einen Tag, der so viel mehr war als nur eine Bootstour.

Der Wünschewagen hatte an diesem Tag mehr bewegt als nur ein paar Räder: Er schenkte Erinnerungen – und damit etwas, das bleibt. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)

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