Mögliche Ford Insolvenz? Wut bei Saarlouiser Belegschaft

Saarlouis – Bei einer emotional aufgeladenen Betriebsversammlung im Ford-Werk Saarlouis haben Beschäftigte jüngst ihrem Frust über eine neue Unternehmensentscheidung Luft gemacht. Der Grund: Während das Werk in Köln mit einem sogenannten Schutzschirmprogramm vor den Folgen einer möglichen Insolvenz abgesichert wird, bleibt der Standort Saarlouis offenbar außen vor. Für viele der rund 2.700 verbliebenen Beschäftigten fühlt sich das wie eine kalte Abwicklung an – ohne Sicherheit, ohne Perspektive.

Wie aus Gewerkschaftskreisen bekannt wurde, hatte Ford in Köln ein umfangreiches Rettungspaket geschnürt. Es schützt Arbeitsplätze, sichert Sozialleistungen ab und verschafft Beschäftigten im Ernstfall einen rechtlichen Puffer. Genau dieses Instrument soll in Saarlouis nicht zur Anwendung kommen – was die dortige Belegschaft als Affront empfindet. Schließlich hatten viele Mitarbeiter auf das mit Betriebsrat und IG Metall entwickelte Zukunftsmodell gesetzt, das dem Werk neue Chancen eröffnen sollte.

„Alle waren total verunsichert und sauer“, beschreibt Betriebsratschef Markus Thal die Stimmung in der Belegschaft. Besonders kritisch sieht man, dass der Verzicht auf einen Schutzschirm offenbar daran geknüpft ist, im Gegenzug bestehende Tarifverträge aufzugeben. Doch genau das schließt der Betriebsrat kategorisch aus. Eine Aufweichung des Kündigungsschutzes komme nicht infrage. Thal kündigte an, dass die Beschäftigten sich dies nicht gefallen lassen werden – auch Protestaktionen und Arbeitsniederlegungen seien denkbar.

Das Vertrauen in den Fortbestand des Standortes hat durch die Entscheidung merklich gelitten. Die Sorge wächst, dass Abfindungen, Rentenansprüche oder andere zugesagte Leistungen im Insolvenzfall nicht mehr gesichert wären. Und das, obwohl viele Beschäftigte bereits in Transfergesellschaften überführt wurden oder ihre Restzeiten im Werk absitzen. Die Unzufriedenheit ist greifbar – und der Druck auf Ford steigt. Eine Gleichbehandlung beider Standorte wird nun vehement eingefordert. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)

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