
Wir suchen das Saarland-Unwort des Jahres 2025
Das Saarland blickt auf ein bewegtes Jahr zurück – politisch, gesellschaftlich, wirtschaftlich und sportlich. Viele Entwicklungen haben die Menschen im kleinsten Flächenland Deutschlands unmittelbar getroffen: manche sorgten für Ärger, andere für Frust oder schlicht für Ermüdung. Vor diesem Hintergrund startet nun die Wahl zum saarländischen Unwort des Jahres 2025. Gesucht wird jener Begriff, der aus Sicht vieler Saarländer sinnbildlich für Enttäuschung, Überdruss oder Stillstand steht und die öffentliche Debatte im Land besonders geprägt hat.
Die Vorauswahl macht deutlich, wie vielfältig die Themen sind, die das Saarland im vergangenen Jahr bewegt haben. Mit „Wir müssen…“ steht eine politische Floskel zur Abstimmung, die viele Saarländer als allzu vertraut empfinden: gut gemeint formuliert, im Ton oft belehrend – und im Alltag vieler Menschen eher als Bevormundung denn als echte Hilfe wahrgenommen.
„Rocco“ findet sich ebenfalls auf der Liste wider, stellvertretend für mehrere abgesagte Festivals und Konzerte im Saarland. Etablierte Medien kritisierten, dass kulturelle Angebote immer wieder scheitern, während gleichzeitig hohe Summen in hochkulturelle Projekte fließen, deren nachhaltiger Nutzen umstritten ist. Zumindest hier wird mit dem neuen Festival-Messe-Hybrid-Konzept „NGX – NextGen eXperience“ für junge Saarländer zwischen 12 und 26 Jahren in diesem Jahr ein Event stattfinden, welches nachhaltig und preiswert auf Jugendkultur einzahlt.
Auch der Sport, traditionell ein emotionales Thema an der Saar, spiegelt sich in der Auswahl wider. „Braunschweig“ steht für das bittere Scheitern des 1. FC Saarbrücken in der Relegation zur 2. Bundesliga, „Heidenheim“ für die verpasste historische Chance der SV 07 Elversberg auf den Aufstieg in die Bundesliga.
Der Begriff „Fachkräftemangel“, ist im Saarland längst zum geflügelten Wort geworden ist. Ob Pflegeheime, Handwerksbetriebe, Industriefirmen oder kommunale Verwaltungen – vielerorts fehlt Personal. Für viele Saarländer ist der Begriff inzwischen weniger Erklärung als vielmehr ein Dauerzustand, der spürbare Einschränkungen im Alltag nach sich zieht.
Daneben stehen Begriffe, die den Alltag im Saarland direkt widerspiegeln. Die „Baustelle A620“ symbolisiert ein Jahr voller Staus, Sperrungen und Verkehrsfrust zwischen Saarbrücken, Völklingen, Wadgassen und Saarlouis. „Ladenleerstand“ beschreibt das sichtbare Ausbluten saarländischer Innenstädte, insbesondere in Mittel- und Kleinstädten. „SVolt / Wolfspeed“ steht für gescheiterte Industrieansiedlungen und die Enttäuschung über eine Wirtschaftspolitik, die große Hoffnungen weckte, am Ende jedoch kaum nachhaltige Arbeitsplätze hinterließ. Komplettiert wird die Liste durch „67 (six-seven)“, ein Jugendwort, das auch im Saarland allgegenwärtig war und bei vielen Menschen – jung wie alt – für Kopfschütteln und Reizreaktionen sorgte.
Abgestimmt werden kann über das Saar-Unwort des Jahres 2025 im WhatsApp-Kanal von Blaulichtreport Saarland (hier klicken). Das Ergebnis soll zeigen, welcher Begriff für viele Saarländer stellvertretend für ein Jahr steht, das im Land deutliche Spuren hinterlassen hat – und vielleicht auch ein Stimmungsbild liefert, das über das Saarland hinaus Beachtung findet.
Die Wahl des saarländischen Unwortes des Jahres findet in diesem Jahr zum wiederholten Mal statt. 2024 standen unter anderem „Messerverbotszone“, „Saarvenir“, „Werksschließungen“, „Trainager“, „Grüner Stahl“, „Baustellen“ und „Saarbrooklyn“ zur Auswahl. Am Ende setzte sich deutlich der Begriff „Messerverbotszone“ durch, der wie kaum ein anderer das sicherheitspolitische und gesellschaftliche Klima im Saarland widerspiegelte.
Hier gehts zur Abstimmung: WhatsApp-Kanal von Blaulichtreport Saarland (hier klicken)



