Glättechaos im Saarland mit zahlreichen Unfälle und stundenlangen Sperrungen

(Von unserem Reporter Thorsten Kremers- Bildergalerie am Ende des Beitrags) Saarland – Ein massiver Wintereinbruch mit Schneeregen und gefrierenden Temperaturen hat am Mittwochabend (18. Februar 2026) im Saarland für ein gefährliches Verkehrschaos gesorgt. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt verwandelten sich viele Straßen innerhalb kurzer Zeit in rutschige Gefahrenzonen. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste waren landesweit im Dauereinsatz.

Besonders dramatisch verlief ein Unfall auf der L136 zwischen Walpershofen und Etzenhofen im Regionalverband Saarbrücken. Dort geriet ein Audi bei starkem Schneeregen in den Gegenverkehr und prallte frontal mit einem Lastwagen zusammen. Der Fahrer erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Zwei zufällig vorbeikommende Feuerwehrangehörige sowie weitere Ersthelfer reagierten sofort, befreiten den Mann aus dem Fahrzeug und leisteten Erste Hilfe, nachdem Rauch aus dem Motorraum aufgestiegen war. Später stellte sich heraus, dass ein geplatzter Kühler die Ursache für den Rauch war. Ein Notarzt brachte den Schwerverletzten in ein Krankenhaus. Zur Klärung des Unfallhergangs wurde ein Gutachter der DEKRA hinzugezogen.

Während der laufenden Unfallaufnahme kam es zudem zu einem gefährlichen Zwischenfall: Ein 70-jähriger Autofahrer fuhr in die Absperrung der Feuerwehr, wendete und entfernte sich vom Unfallort. Die Polizei konnte ihn kurze Zeit später stellen. Er gab an, die Pylonen in der Dunkelheit nicht gesehen zu haben, gegen ihn wird nun ermittelt. Die Straße blieb bis spät in die Nacht gesperrt.

Auch andernorts führten Schnee und Glätte zu Unfällen. Auf der L112 zwischen Merchweiler und Bildstock geriet ein Autofahrer gegen 22 Uhr auf geschlossener Schneedecke ins Schleudern, landete im Straßengraben und beschädigte mehrere Leitpfosten sowie ein Tempo-70-Schild. Der Fahrer kam mit einem Schock davon. Auf der A1 zwischen Tholey und Tholey-Hasborn krachte wenig später ein Kleintransporter in die Mittelleitplanke und wurde auf die rechte Spur zurückgeschleudert. Der Fahrer blieb unverletzt, am Fahrzeug entstand leichter Sachschaden.

Besonders angespannt war die Lage auf der A1 zwischen Tholey und Nonnweiler-Primstal. Dort blockierte ein querstehender 40-Tonnen-Lkw gegen 22 Uhr für rund eineinhalb Stunden die komplette Autobahn. Der Lastwagen hatte sich auf glatter Fahrbahn festgefahren und konnte erst weiterfahren, nachdem der Streudienst gegen 23.30 Uhr die Fahrbahn behandelt hatte. Erst danach rollte der Verkehr wieder an.

Die Polizei zog am frühen Morgen eine ernüchternde Bilanz: Seit dem Abend wurden saarlandweit 25 witterungsbedingte Einsätze registriert, darunter 14 Verkehrsunfälle mit insgesamt vier leicht verletzten Personen. Der Schwerpunkt der Einsätze lag im nördlichen Saarland. Mit Ausnahme von Saarbrücken-Stadt und dem Kreis Saarlouis waren alle Regionen betroffen. Die landesweite Warnung vor Schnee- und Eisglätte, die seit 21.55 Uhr galt, wurde erst gegen 5.30 Uhr am Donnerstagmorgen aufgehoben.

Die Polizei appelliert weiterhin an alle Verkehrsteilnehmer, bei winterlichen Bedingungen besonders vorsichtig zu fahren und ihre Geschwindigkeit den Straßenverhältnissen anzupassen. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)

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