Saarland will Vereine bei Hochrisikospielen an Polizeikosten beteiligen
Saarbrücken/Elversberg – Fußballvereine könnten im Saarland künftig an den Polizeikosten von Hochrisikospielen beteiligt werden. Nach Angaben der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) Saarland plant die Landesregierung, noch vor der Sommerpause eine gesetzliche Grundlage dafür auf den Weg zu bringen.
Die DPolG begrüßt den Vorstoß ausdrücklich. „Es ist gut, dass endlich Bewegung in die Sache kommt“, erklärte Landesvorsitzender Markus Sehn. Die Gewerkschaft fordere seit Jahren, Veranstalter von Hochrisikospielen an den entstehenden Mehrkosten zu beteiligen.
Grundlage ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Januar 2025. Die Richter hatten entschieden, dass Bundesländer Veranstalter gewinnorientierter Großveranstaltungen grundsätzlich an außergewöhnlichen Polizeikosten beteiligen dürfen.
Nach Angaben des Innenministeriums leistete die saarländische Polizei bei mehr als 70 Fußballspielen in den vergangenen beiden Spielzeiten rund 100.000 Einsatzstunden. Zusätzlich entstanden seit März 2023 Kosten von rund 1,32 Millionen Euro für Unterstützungskräfte anderer Bundesländer und der Bundespolizei.
Besonders hoch ist der Aufwand bei Risikospielen des 1. FC Saarbrücken. Während bei den Ligaspielen der SV Elversberg durchschnittlich 80 Einsatzkräfte benötigt wurden, waren es bei sieben Hochrisikospielen des FCS in der Saison 2025/2026 durchschnittlich 551 Polizeibeamte.
„Es geht nicht um den Fußball insgesamt, sondern um wenige Spiele mit außergewöhnlichen Sicherheitsanforderungen“, sagte Sehn. Wer von solchen Veranstaltungen wirtschaftlich profitiere, solle sich auch an den entstehenden Zusatzkosten beteiligen. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



