Ausgerechnet während des Alstadtfestes – Erneuter Saarbahn-Streik angekündigt

Saarbrücken – Fahrgäste der Saarbahn müssen sich erneut auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat ihre Mitglieder bei der Saarbahn GmbH zu einem mehrtägigen Streik aufgerufen. Der Ausstand soll am Donnerstag, 2. Juli, um 13 Uhr beginnen und bis Montag, 6. Juli, um 3.20 Uhr andauern. Damit fällt die Streikmaßnahme ausgerechnet auf den Beginn der Sommerferien im Saarland und unmittelbar vor das Saarbrücker Altstadtfest.

Nach Angaben der GDL ist der erneute Streik die Reaktion auf festgefahrene Tarifverhandlungen. Die Gewerkschaft wirft der Saarbahn GmbH vor, ihre Tarifforderungen falsch darzustellen und sich weiterhin zu weigern, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Zudem kritisiert die GDL ein Schreiben der Saarbahn und des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Saar (KAV Saar), in dem die Anwendung des Tarifeinheitsgesetzes gegenüber der Gewerkschaft thematisiert wird.

Die GDL sieht darin einen Angriff auf die im Grundgesetz geschützte Koalitionsfreiheit und das Recht der Lokführer, sich als eigenständige Berufsgruppe gewerkschaftlich vertreten zu lassen. Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine Verbesserung der Einkommen angesichts der vergangenen Inflationsjahre und verweist darauf, dass der bestehende GDL-Tarifvertrag bei der Saarbahn bereits seit 2009 gilt.

GDL-Bundesvorsitzender Mario Reiß erklärte, die Auseinandersetzung gehe inzwischen weit über klassische Tarifverhandlungen hinaus. Aus Sicht der Gewerkschaft stehe mittlerweile das grundgesetzlich geschützte Organisationsrecht der Beschäftigten im Mittelpunkt des Konflikts.

Für Pendler und Besucher dürfte der Zeitpunkt des Streiks besonders problematisch werden. Mit dem Ferienbeginn und dem bevorstehenden Altstadtfest in Saarbrücken werden in den kommenden Tagen zehntausende zusätzliche Fahrgäste erwartet. Gerade für Besucher der Innenstadt gilt die Saarbahn normalerweise als wichtigste Alternative zum Auto.

Aufgrund der zu erwartenden Einschränkungen sollten Fahrgäste ihre Verbindungen frühzeitig prüfen, sich über mögliche Ersatzangebote informieren und gegebenenfalls alternative Verkehrsmittel einplanen. Aktuelle Informationen zu Fahrplänen und möglichen Notfallkonzepten veröffentlicht die Saarbahn auf ihrer Internetseite. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)

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