Urteil gefallen: Lebenslange Haft nach tödlichem Sexualmord von Rehlingen-Siersburg
Rehlingen – Mit einem lebenslangen Freiheitsentzug ist am Donnerstag (2. Junl 2026) der Prozess um die Tötung einer Frau aus Rehlingen-Siersburg (wir berichteten damals an dieser Stelle davon) vor dem Landgericht Saarbrücken zu Ende gegangen.
Die Strafkammer sah es als erwiesen an, dass die 36 Jahre alte Angeklagte ihre Partnerin aus einem sexuellen Beweggrund heraus getötet hat. Das Gericht wertete die Tat deshalb als Mord. Die Verteidigung kündigte unmittelbar nach der Urteilsverkündung an, das Urteil vom Bundesgerichtshof überprüfen zu lassen.
Nach Überzeugung der Kammer sprechen insbesondere das Ausmaß der Gewalteinwirkung und die Gesamtumstände gegen einen tragischen Unfall. Nach den Feststellungen des Gerichts erlitt das Opfer mehr als 90 Messerstiche.
Hinzu kamen massive Gewalteinwirkungen im Zusammenhang mit Fessel- und Würgehandlungen. Die Richter sahen darin deutliche Anhaltspunkte für ein vorsätzliches Tötungsdelikt und folgten damit der Argumentation der Staatsanwaltschaft.
Im Verfahren spielten außerdem Chatnachrichten der Angeklagten eine wichtige Rolle. Nach Auffassung der Anklage belegten diese Äußerungen, dass die Gewalthandlungen mit sexueller Erregung verbunden gewesen seien.
Auch Aussagen der Angeklagten gegenüber Ermittlern und Sachverständigen flossen in die Beweiswürdigung ein. Die Nebenklage verwies darüber hinaus darauf, dass das spätere Opfer einer derartigen Form von Gewalt nach den ausgewerteten Nachrichten nicht zugestimmt habe.
Die Verteidigung widersprach dieser Bewertung entschieden. Aus ihrer Sicht habe es sich um ein einvernehmliches Geschehen gehandelt, bei dem kein Tötungsvorsatz bestanden habe. Der Verteidiger hatte deshalb lediglich eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung gefordert und eine deutlich geringere Freiheitsstrafe beantragt.
Das Landgericht folgte dieser Argumentation jedoch nicht und stellte die volle Schuldfähigkeit der Angeklagten fest. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da die Verteidigung Revision angekündigt hat. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



