Kahlschlag am Saarbrücker Flughafen: RAS Saar streicht mehr als 70 Jobs

Noch Anfang 2025 wollte RAS Saar am Flughafen kräftig wachsen und mehr als 50 neue Mitarbeiter einstellen. Jetzt folgt die Kehrtwende: Mehr als 70 Beschäftigte sollen ihren Job verlieren. Foto: Archiv / Thorsten Kremers

Wie der Saarländische Rundfunk berichtet, wurde das Ausmaß des Stellenabbaus am Montag bei einem Verfahren vor dem Arbeitsgericht Saarbrücken bekannt. Mehrere Beschäftigte der RAS Saar GmbH wehren sich dort gegen ihre Kündigungen. Der Anwalt des Unternehmens erklärte demnach vor Gericht, dass von bislang rund 90 Mitarbeitern mehr als 70 gekündigt worden sei – darunter auch Auszubildenden.

Übrig bleiben sollen laut SR nur noch 17 Beschäftigte. Als Grund für den drastischen Schritt nannte der Unternehmensanwalt eine drohende Insolvenz, die durch den Stellenabbau verhindert werden solle. Es gebe einen Sozialplan und ein Abfindungsprogramm. Arbeitnehmervertreter kritisierten vor Gericht unter anderem, dass Beschäftigte keine eigene Kopie des Sozialplans erhalten hätten und das Abfindungsmodell insbesondere langjährige Mitarbeiter benachteilige. Weitere Kündigungsschutzverfahren sollen folgen. Die Geschäftsführung selbst äußerte sich gegenüber dem SR bislang nicht zu den Einschnitten und zur Zukunft des Saarbrücker Standorts.

Für den Flughafen ist die Entwicklung auch deshalb bemerkenswert, weil hinter RAS Saar jahrzehntelange Luftfahrtgeschichte steckt. Der Ursprung reicht bis zur 1974 gegründeten Fluggesellschaft Contact Air zurück. 1989 entstand am Flughafen Saarbrücken ein eigener Technikstandort, 2003 wurde der Werftbetrieb als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert. Aus der Contact Air Technik und der Aviation Technik Saar entstand schließlich die heutige RAS Saar.

In den Hallen in Ensheim werden keine Passagiere abgefertigt, sondern Flugzeuge gewartet, repariert und technisch betreut. Spezialisiert hat sich der Betrieb insbesondere auf Regionalflugzeuge. Noch Anfang 2025 erklärte RAS Saar, den Standort ausbauen zu wollen. Damals war von drei großen Hallen mit insgesamt rund 3.200 Quadratmetern Fläche und Platz für bis zu sieben Regionaljets gleichzeitig die Rede. Maschinen können für Wartungsarbeiten teilweise mehrere Wochen oder sogar Monate in Saarbrücken bleiben.

Umso deutlicher ist der Kontrast zur heutigen Situation: Anfang 2025 sprach die Geschäftsführung noch von mehr als 50 geplanten Neueinstellungen und suchte unter anderem Fluggerätmechaniker. Nun soll von einer Belegschaft von rund 90 Menschen nur noch ein kleiner Teil übrig bleiben. Was der massive Personalabbau langfristig für den traditionsreichen Wartungsstandort am Saarbrücker Flughafen bedeutet, ist derzeit offen. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)

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