Vom Dorfplatz zur Bundesliga-Arena: So rasant wächst das Stadion der SV Elversberg
Anfang 2022 wirkte die Kaiserlinde noch wie ein kleiner Fußballplatz mit überschaubaren Tribünen. Heute spielt die SVE dort Bundesliga – und mit der neuen Nordtribüne steht der bislang größte Schritt beim Stadionumbau bevor. Aktuelle Bilder zeigen, wie schnell sich die Heimat der Elversberger verändert.
Elversberg – Wer das Foto von Anfang 2022 betrachtet, muss beinahe zweimal hinschauen. Hinter einem Tor stehen ein paar Zuschauer am Geländer, auf der Gegenseite befinden sich vergleichsweise kleine Tribünen und rund um den Rasen ist noch jede Menge freie Sicht in den Elversberger Wald. Nur gut viereinhalb Jahre später ist aus der damaligen Kaiserlinde eine Bundesliga-Spielstätte geworden – und die nächste große Veränderung ist bereits im Bau.
Aktuelle Aufnahmen vom Stadion zeigen, wie massiv inzwischen an der Nordseite gearbeitet wird. Nach dem zwischenzeitlichen Streit um Genehmigungen gab der Landkreis Neunkirchen am 10. September endgültig grünes Licht für die Nordtribüne. Die finale Baugenehmigung für die Tribüne und damit für das gesamte Stadion wurde erteilt. Zwar ist sie mit Auflagen verbunden, diese stehen dem Ausbau nach Angaben des Landkreises jedoch nicht entgegen.
Und inzwischen geht es sichtbar voran. Aus dem Umfeld des ausführenden Unternehmens Peter Gross Bau gibt es einen aktuellen Einblick in die Arbeiten: Die Montage der Betonfertigteile läuft. Stützen werden gesetzt, Decken geschlossen und Wandelemente mit Kränen montiert. Insgesamt sind für den Neubau rund 1.000 Betonfertigteile mit einem Gesamtgewicht von mehr als 10.000 Tonnen vorgesehen. Einzelne Bauteile bringen bis zu 31 Tonnen auf die Waage.
Die neue Nordtribüne ist dabei weit mehr als nur zusätzlicher Platz für Zuschauer. Rund 1.500 Plätze für Gästefans und Medien, neue Medienbereiche und Kamerapositionen sowie besondere Logen auf Spielfeldhöhe sollen dort entstehen. Nach Abschluss des gesamten Umbaus soll die URSAPHARM-Arena rund 15.500 Zuschauer fassen. Damit würde das Stadion auch die reguläre DFL-Vorgabe von mindestens 15.000 Plätzen erfüllen. Derzeit kommt Elversberg auf rund 10.000 Plätze und spielt mit einer Ausnahmegenehmigung.
Eine zusätzliche Herausforderung: Gebaut wird mitten im laufenden Bundesliga-Spielbetrieb. Spielfreie Tage und Länderspielpausen werden deshalb gezielt für größere Montageschritte genutzt. Zeitweise musste sogar eine rund zwölf Meter hohe provisorische Konstruktion für Medienvertreter und TV-Kameras errichtet werden, weil die eigentliche Nordtribüne während des Umbaus nicht zur Verfügung steht.

Wie gewaltig die Entwicklung ist, macht vor allem der Vergleich mit Anfang 2022 deutlich. Damals spielte die SVE noch in der Regionalliga Südwest. Es folgten innerhalb kürzester Zeit der Aufstieg in die 3. Liga, der direkte Durchmarsch in die 2. Bundesliga und schließlich der Sprung ins deutsche Fußball-Oberhaus. Mit dem sportlichen Aufstieg musste die Infrastruktur an der Kaiserlinde Schritt halten – aus dem vergleichsweise kleinen Stadion wurde über mehrere Bauabschnitte eine immer größere Arena.

Ganz abgeschlossen ist diese Entwicklung noch nicht. Im Frühjahr war als Ziel genannt worden, die Stadionpläne spätestens bis zum Frühjahr 2027 umzusetzen. Ob dieser Zeitplan nach den zwischenzeitlichen Genehmigungsproblemen exakt gehalten werden kann, ist derzeit allerdings nicht verbindlich bestätigt. Fest steht: An der Nordtribüne wird wieder kräftig gebaut – und mit jedem neuen Betonfertigteil verschwindet ein weiteres Stück der alten Kaiserlinde.

Der direkte Fotovergleich zeigt damit fast genauso eindrucksvoll wie die Tabelle, welchen Weg die SV Elversberg in wenigen Jahren zurückgelegt hat: Wo Anfang 2022 noch Regionalliga-Fußball vor kleiner Kulisse gespielt wurde, entsteht heute ein Stadion für rund 15.500 Zuschauer – mitten in der Bundesliga. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



