Saarstahl und Dillinger Hütte streichen 760 Stellen bis Ende 2026

Saarbrücken – Die saarländische Stahlbranche steht vor einem tiefgreifenden Personalabbau: Bis Ende 2026 sollen bei Saarstahl und der Dillinger Hütte insgesamt 760 Arbeitsplätze verschwinden. Das bestätigte ein Sprecher der Stahl-Holding-Saar (SHS), die beide Unternehmen steuert. Die Einschnitte seien Teil eines umfangreichen Sparkurses, der bereits seit geraumer Zeit vorbereitet werde.

Am Dienstag erhielten die Beschäftigten der Dillinger Hütte im Rahmen einer Betriebsversammlung nähere Informationen. Eine ähnliche Versammlung hatte es bei Saarstahl bereits vor vier Wochen gegeben. Dort sei es ebenfalls um den Stand der Umsetzung gegangen, erklärte der Sprecher.

Die Reduzierung soll in beiden Betrieben etwa gleich verteilt erfolgen. Wichtig sei dabei, dass niemand unverschuldet seinen Arbeitsplatz verliert: betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen. Der Abbau geschieht über Altersteilzeit, natürliche Fluktuation und interne Anpassungen.

Für Saarstahl steht dabei ein ehrgeiziges Sparziel von 90 Millionen Euro im Raum. Um dieses Ziel zu erreichen, stimmten die Mitglieder der IG Metall im Frühjahr mit großer Mehrheit einem Transfertarifvertrag zu. Er sieht unter anderem eine Absenkung der bezahlten Arbeitszeit sowie ein sogenanntes Transformationskonto vor, in das 24 zusätzliche Schichten eingebracht werden.

Die Beschäftigten akzeptieren damit finanzielle Einbußen in Millionenhöhe. Im Gegenzug verpflichtete sich die Unternehmensseite, auf Standortschließungen zu verzichten. Damit bleibt die Zukunft der Werke an der Saar zumindest mittelfristig gesichert.

Saarstahl beschäftigt derzeit rund 5.500 Menschen. Zusammen mit der Dillinger Hütte bilden sie das industrielle Rückgrat des Saarlandes – doch auch sie bleiben von den Folgen der globalen Stahlkrise und der hohen Energiekosten nicht verschont. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)

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