Schon wieder Ärger für Aumann: Wie viele Zufälle sind zu viel?

Neunkirchen – Ach Jörg Aumann, wie lange soll das noch so weitergehen. Kaum ist der eine Vorgang halbwegs erklärt, taucht schon der nächste auf – und wieder steht der Neunkircher Oberbürgermeister im Zentrum einer Geschichte, die viele Bürger nur noch mit Kopfschütteln verfolgen. Der NVG-Skandal zieht immer weitere Kreise, und was als Einzelfall begann, entwickelt sich zunehmend zu einem politischen Dauerproblem für den SPD-Politiker.

Nach den bereits bekannten Vorwürfen rund um die Nutzung eines Dienstwagens für eine Reise zum SPD-Parteitag nach Berlin steht nun eine weitere Fahrt im Raum. Nach Angaben aus dem Stadtrat soll Aumann auch auf der Rückreise von Frankfurt ins Saarland von einem städtischen Fahrer abgeholt worden sein. Brisant dabei: Die Arbeitszeit des Fahrers wurde zunächst als Dienstzeit verbucht, später jedoch wieder aus dem System entfernt. Wer diese Korrektur veranlasst hat und zu welchem Zeitpunkt, ist bislang unklar. Für CDU und Freie Wähler ist das ein weiterer Punkt, der dringend aufgeklärt werden müsse. Auch die Kommunalaufsicht ist inzwischen eingeschaltet.

Aumann selbst hat die Abholung eingeräumt, versucht aber, den Vorgang zu relativieren. Nach seiner Darstellung handelte es sich nicht um eine offizielle Dienstfahrt, sondern eher um einen „privaten Freundschaftsdienst“. Der Zug aus Berlin habe Verspätung gehabt, am nächsten Morgen hätten wichtige Termine in Neunkirchen angestanden. Eine Erklärung, die rechtlich zwar Spielraum lässt, politisch jedoch Fragen aufwirft. Besonders befremdlich wirkt dabei die Geschichte, man habe dem Fahrer eigentlich Trinkgeld geben wollen, dies aber erst Tage später nachgeholt – weil Aumann in Berlin angeblich der Geldbeutel gestohlen worden sei. Eine Darstellung, die selbst wohlwollende Beobachter als mindestens unglücklich empfinden.

Parallel dazu schwelen weiterhin die Vorwürfe rund um die Neunkircher Verkehrs GmbH. Im Raum stehen unter anderem Sponsoring-Ausgaben in erheblicher Höhe, die ohne Zustimmung des Aufsichtsrats erfolgt sein sollen. Auch wenn Aumann nicht persönlich für jede einzelne Entscheidung verantwortlich gemacht werden kann, bleibt der Eindruck eines Kontrollverlusts an zentraler Stelle. Das Vertrauen in die politische Führung der Stadt hat spürbar gelitten.

Die Kritik an Jörg Aumann wächst – nicht nur in der Opposition, sondern zunehmend auch in der Bevölkerung. Viele fragen sich, wie viele Erklärungen, Rechtfertigungen und „Missverständnisse“ eine Stadt noch verkraften kann. Und irgendwann stellt sich unausweichlich die Frage: Wie lange will sich der Neunkircher Oberbürgermeister das selbst noch antun – und wie lange will Neunkirchen das noch mitmachen? JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)

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