Radiokrise im Saarland: Große Veränderungen erschüttern die Branche

Saarbrücken – Der saarländische Radiomarkt befindet sich aktuell in einem tiefgreifenden Umbruch – und das in einer Geschwindigkeit, die selbst Branchenkenner überrascht. Innerhalb kurzer Zeit kommt es bei mehreren Sendern zu personellen Wechseln, strukturellen Einschnitten und strategischen Neuausrichtungen. Die Entwicklungen gehen deutlich über normalen Wandel hinaus und markieren einen massiven Einschnitt in die bisherige Radiolandschaft.

Besonders auffällig ist die Situation bei Radio Salü. Erst vor wenigen Monaten wurde mit Karsten Kröger ein neuer Programmverantwortlicher geholt, nun ist er bereits wieder abberufen – ohne öffentliche Begründung. Die schnelle Kehrtwende wirft Fragen nach der Strategie des Senders auf. Mit Axel Musolff steht nun wieder ein Geschäftsführer an der Spitze, der vor allem für wirtschaftliche Expertise steht, während eine klare programmliche Linie schwer erkennbar bleibt.

Auch bei bigFM Saarland hat es einen bedeutenden Wechsel gegeben. Langzeit-Geschäftsführer Knut Meierfels, der den Sender seit 2007 geprägt hat, ist seit Anfang 2026 nicht mehr im Amt. Laut Handelsregister legte er seine Position zum Jahresende nieder. Damit verliert der Sender eine prägende Figur – gleichzeitig entfernt sich die Führung weiter aus der Region, was Fragen zur zukünftigen lokalen Ausrichtung aufwirft.

Noch drastischer ist die Entwicklung beim Jugendradio Unser Ding. Der Sender wird im Zuge von Sparmaßnahmen bereits zum 1. Juni mit DasDing (SWR) und YouFM (HR) zusammengelegt. Künftig läuft das Programm unter einer gemeinsamen Marke. Für das Saarland bedeutet das konkret: Die eigenständige Sendezeit von Unser Ding reduziert sich im Wesentlichen auf eine Abendschiene – ein spürbarer Verlust an regionaler Präsenz.

Am Mittwoch (25. März 2026) werden die neuen Hörerzahlen der Media-Analyse veröffentlicht. Sie gelten als wichtigste Währung der Branche und dürften zeigen, wie groß der Druck auf die Sender inzwischen ist. Gleichzeitig bleibt eine zentrale Frage offen: Wenn Programme vereinheitlicht und Strukturen zentralisiert werden – wie viel eigenständiges Radio aus dem Saarland bleibt am Ende noch übrig? JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"

Werbeblock erkannt

Bitte unterstützen Sie uns, indem Sie Ihren Werbeblocker deaktivieren