Galeria vor neuem Kahlschlag: Wie sicher ist das letzte Warenhaus im Saarland?
Saarbrücken/Düsseldorf – Bei Deutschlands großer Warenhauskette Galeria wächst erneut die Sorge um zahlreiche Standorte. Bundesweit stehen 33 der insgesamt 83 Filialen besonders auf dem Prüfstand. Gelingt es dort nicht, mit den Vermietern bessere Konditionen bei Mieten und Flächen auszuhandeln, könnten weitere Häuser geschlossen werden.
Für das Saarland gibt es zunächst eine gute Nachricht: Die verbliebene Galeria-Filiale in der Saarbrücker Bahnhofstraße steht nicht auf der aktuell bekannt gewordenen Liste der 33 gefährdeten Standorte. Anders sieht es im benachbarten Rheinland-Pfalz aus: Dort werden die Häuser in Bad Kreuznach, Koblenz, Mainz und Speyer überprüft.
Eine dauerhafte Bestandsgarantie für Saarbrücken bedeutet das allerdings nicht. Galeria will auch bei den übrigen rund 50 Filialen nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen und mit Vermietern verhandeln. Neben günstigeren Mieten sind kleinere Verkaufsflächen oder sogar Umzüge denkbar.
Für Saarbrücken ist die Entwicklung besonders bedeutsam, denn das Haus an der Bahnhofstraße ist inzwischen die letzte Galeria-Filiale im gesamten Saarland. Das zweite große Warenhaus des Konzerns näher am Saarbrücker Hauptbahnhof wurde bereits 2023 geschlossen. Das verbliebene Haus am St. Johanner Markt hat dagegen mehrere Sanierungs- und Schließungsrunden überstanden.
Das kann zumindest als positives Signal gewertet werden. Hinzu kommt die zentrale Lage an der stark frequentierten Bahnhofstraße und unmittelbar am St. Johanner Markt. Belastbare öffentliche Zahlen zur aktuellen Wirtschaftlichkeit der Saarbrücker Filiale gibt es allerdings nicht. Eine endgültige Entwarnung wäre deshalb verfrüht.
Galeria steht weiterhin unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Der Konzern hat sich zuletzt eine Kreditlinie von bis zu 160 Millionen Euro gesichert. Der damit verbundene Sanierungskurs sieht grundsätzlich auch weitere Filialschließungen vor.
Für Saarbrücken gilt damit vorerst: Das letzte Galeria-Haus des Saarlandes steht aktuell nicht auf der konkreten Streichliste – sicher ist seine langfristige Zukunft damit aber noch nicht. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



