Entwarnung nach Chemie-Alarm bei Carling – offenbar Messgerät defekt
Völklingen / Großrosseln / Carling/L’Hôpital – (Von unserem Reporter Thorsten Kremers – Bildergalerie am Ende des Beitrags) Nach einer Warnung vor einer möglichen Freisetzung von Styrol im französischen Grenzgebiet am Montagmorgen (7. September 2026) gibt es Entwarnung. Nach Angaben eines Sprechers der Chemieplattform Carling konnte auf dem Industriegelände kein Austritt eines Gefahrstoffes festgestellt werden.
Ausgelöst wurde der Alarm durch einen Sensor zur Luftüberwachung am Rathaus der französischen Gemeinde L’Hôpital. Das Messgerät hatte eine Warnmeldung ausgelöst. Daraufhin rückte die Betriebsfeuerwehr der nahe gelegenen Chemieplattform Carling aus.
Die Einsatzkräfte führten Messungen auf dem Betriebsgelände durch und suchten nach einem möglichen Leck. Nach Angaben des Unternehmens wurde jedoch keine undichte Stelle gefunden. Auch die Messungen der Betriebsfeuerwehr ergaben demnach keine erhöhten Schadstoffwerte in der Luft.
Nach derzeitigem Stand geht man deshalb davon aus, dass der Sensor am Rathaus von L’Hôpital eine Fehlmessung ausgelöst haben könnte. Das Messgerät soll nun technisch überprüft werden. Damit konnte auch für die Bevölkerung auf deutscher Seite Entwarnung gegeben werden. Um 10.07 Uhr wurden die zuvor über KATWARN und NINA verbreiteten Warnmeldungen aufgehoben.
Die Industrieplattform Carling-Saint-Avold in Lothringen liegt nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Auf dem Gelände sind mehrere Unternehmen der Chemie- und Energiebranche angesiedelt. Ein großer Teil des Standorts wird von TotalEnergies Petrochemicals France betrieben. Das Unternehmen produziert dort unter anderem Polyethylen, Polypropylen-Compounds, Polystyrol und verschiedene Harze.
Gerade bei der Herstellung von Polystyrol spielt Styrol eine zentrale Rolle: Styrol ist der chemische Ausgangsstoff, aus dem durch Polymerisation Polystyrol hergestellt wird. Daraus entstehen beispielsweise Kunststoffverpackungen und Dämmstoffe. Der TotalEnergies-Standort Carling verfügt über drei Produktionslinien für Polystyrol und gehört nach Angaben des Konzerns zu seinen bedeutenden europäischen Polymerstandorten.
Styrol ist eine flüchtige, entzündliche Flüssigkeit mit einem auffälligen Geruch. In höheren Konzentrationen kann der Stoff unter anderem Augen und Atemwege reizen sowie Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit verursachen. Nach Angaben der Chemieplattform gibt es derzeit jedoch keinen Hinweis darauf, dass Styrol oder ein anderer Gefahrstoff aus dem Werk ausgetreten ist. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)








