Mutmaßlich verbotene Parolen bei Feier in Saarbrücken-Scheidt – Staatsschutz ermittelt
Saarbrücken-Scheidt – Nach einer privat organisierten Feier auf dem Gelände der Burschenschaft Ghibellinia zu Prag ermittelt der polizeiliche Staatsschutz. Aus Richtung des Verbindungshauses sollen am vergangenen Freitagabend (24. Juli 2026) verfassungsfeindliche Parolen zu hören gewesen sein. Wer die Rufe geäußert haben könnte, ist bislang nicht geklärt.
Den Ermittlern liegen nach übereinstimmenden Medienberichten Videoaufnahmen aus der Nachbarschaft vor. Darauf sollen unter anderem deutlich nationalsozialistische Rufe zu hören sein. Die Aufnahmen werden derzeit ausgewertet. Geprüft wird der Verdacht des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger oder terroristischer Organisationen.
Noch ist nicht geklärt, wer die Parolen gerufen haben soll. Nach Angaben der Polizei stehen die Ermittlungen erst am Anfang. Deshalb ist bislang offen, ob sich der Verdacht gegen Mitglieder der Studentenverbindung oder gegen Besucher der Feier richtet.
Die Burschenschaft erklärte gegenüber den berichtenden Medien, dass es sich nicht um eine eigene Vereinsveranstaltung gehandelt habe. Vielmehr seien Außenbereiche des Hauses für eine privat organisierte Feier zur Verfügung gestellt worden. Nach einer internen Prüfung gebe es keine Hinweise darauf, dass Mitglieder der Verbindung die beanstandeten Äußerungen getätigt hätten.
Gleichzeitig schloss die Burschenschaft nicht aus, dass einzelne externe Gäste im Verlauf des Abends entsprechende Aussagen gemacht haben könnten. Nach Darstellung der Verbindung sei die Feier nach Bekanntwerden der Vorwürfe beendet worden. Extremistische und diskriminierende Positionen stünden im Widerspruch zu den eigenen Grundsätzen, hieß es.
Die Ghibellinia zu Prag ist in der Vergangenheit bereits mehrfach Gegenstand öffentlicher Debatten gewesen. Zu ihren Mitgliedern zählt nach öffentlich bekannten Angaben unter anderem der AfD-Bundestagsabgeordnete Christian Wirth. Zudem wurde die Studentenverbindung in diesem Jahr erneut in den Dachverband Deutsche Burschenschaft aufgenommen.
Mehrere Mitgliedsverbindungen dieses Dachverbandes werden von Landesverfassungsschutzbehörden wegen möglicher rechtsextremer Bestrebungen beobachtet. Für die nun untersuchten Vorgänge gilt bis zum Abschluss der Ermittlungen die Unschuldsvermutung. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



