Feuer in Tiefgarage: 40 Bewohner bei Großeinsatz in Saarlouis in Sicherheit gebracht
Saarlouis – (Von unserem Reporter Thorsten Kremers – Bildergalerie am Ende des Beitrags) Großeinsatz in der Saarlouiser Innenstadt: Gegen 23 Uhr ist am Sontagabend (13. September 2026) in der Tiefgarage eines Wohn- und Geschäftshauses in der Lothringer Straße ein Feuer ausgebrochen. Aus der Einfahrt drangen beim Eintreffen der Feuerwehr dichte dunkle Rauchschwaden. Die ersten Einsatzkräfte sahen Flammen und stellten eine starke Rauch- und Hitzeentwicklung fest.
Da auch der Treppenraum des Mehrparteienhauses vom Rauch betroffen war und nach ersten Informationen rund 40 Menschen in dem Gebäude gemeldet waren, erhöhte die Feuerwehr umgehend das Alarmstichwort. Weitere Löschbezirke wurden nachalarmiert. Auch der Rettungsdienst rückte mit einem Großaufgebot an und löste vorsorglich einen sogenannten Massenanfall von Verletzten, kurz MANV, aus.
„Insgesamt 40 Bewohner konnten in Sicherheit gebracht werden. Davon gelten zehn als Betroffene der Rauchgase. Zwei Personen wurden vom Rettungsdienst im Krankenwagen weiter behandelt. Ob diese in eine Klinik kamen oder nicht, steht zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht fest“, sagte Pascal Fontaine, Pressesprecher der Feuerwehr Saarlouis.
Mehrere Bewohner mussten während des Einsatzes im Freien ausharren und wurden zum Schutz vor der nächtlichen Kälte mit Decken versorgt.
Bei einem MANV handelt es sich nicht automatisch um eine Katastrophe mit zahlreichen Schwerverletzten. Der Begriff bezeichnet eine Einsatzlage, bei der aufgrund der Zahl möglicher Verletzter oder Betroffener zusätzliche medizinische Kräfte und besondere organisatorische Maßnahmen erforderlich werden können. Im aktuellen Fall wurde die MANV-Lage vorsorglich ausgelöst, weil sich zahlreiche Menschen im Gebäude befanden und zunächst nicht feststand, wie viele von ihnen Rauch eingeatmet hatten.
Der eigentliche Brandherd befand sich in der Tiefgarage. Dort stand eine große Restmülltonne in Flammen. Das Feuer griff auch auf darüber verlaufende Rohre beziehungsweise Installationen mit Kabelleitungen über. Den eingesetzten Atemschutztrupps gelang es jedoch, den Brand schnell unter Kontrolle zu bringen.
Probleme bereitete vor allem der Rauch. Nach Angaben der Feuerwehr waren zwar die vorgeschriebenen Brandschutzeinrichtungen vorhanden, allerdings wurden bei der Kontrolle auch Brandschutztüren festgestellt, die mit Keilen offengehalten worden waren.
Dadurch könnte sich der Rauch weiter im Gebäude ausgebreitet haben. Feuerwehrtrupps kontrollierten anschließend sämtliche Etagen und Wohnungen und überprüften das Gebäude auf Rauchfreiheit. Danach wurde der gesamte Komplex umfangreich belüftet. Die Wohnungen sind nach Angaben der Feuerwehr grundsätzlich weiterhin bewohnbar.
Brandstiftung? Eigentümer äußert Verdacht
Noch ungeklärt ist, wie die Restmülltonne in Brand geraten konnte. Nach Angaben des Eigentümers gehört der betroffene Müllbehälter zum gewerblichen Bereich des Gebäudekomplexes. Die Mülltonnen der Bewohner befänden sich an anderer Stelle und würden über Müllschächte aus den darüberliegenden Etagen befüllt. Bewohner müssten für die normale Müllentsorgung deshalb nicht in diesen Bereich der Tiefgarage gehen.
Hinzu kommt: Die Tiefgarage sei am Wochenende durchgehend verschlossen. Nach Darstellung des Eigentümers müsse jemand entweder gezielt in den gewerblichen Bereich gehen oder über einen Vorsprung in den Garagenbereich klettern. Der Eigentümer hält deshalb einen zufälligen Brand für eher unwahrscheinlich.
Ob tatsächlich Brandstiftung vorliegt, ist derzeit jedoch völlig offen. Die Polizei hat Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.
In dem Gebäudekomplex befinden sich neben Wohnungen unter anderem ein Callcenter der Arbeitsagentur, ein Steuerberater, ein Immobilienmakler und eine Hausarztpraxis. Die Gewerbebetriebe sind am Wochenende normalerweise nicht besetzt.
Bereits Brandstiftung in Saarlouiser Innenstadt
Der Verdacht erhält auch deshalb besondere Aufmerksamkeit, weil es erst Ende Juni einen mutmaßlich vorsätzlich gelegten Großbrand in der Saarlouiser Innenstadt gegeben hatte. In der Nacht zum 28. Juni brannten in der Ludwig-Karl-Balzer-Allee zunächst Fahrzeuge und anschließend Teile eines größeren Gewerbekomplexes. Fünf Gewerbegebäude waren betroffen, der Schaden wurde auf mehrere Millionen Euro geschätzt.
Die Ermittler gingen anschließend von Brandstiftung aus. Im Juli identifizierte die Polizei zwei jugendliche Tatverdächtige und durchsuchte mehrere Objekte. Dabei wurde Beweismaterial sichergestellt. Nach einem weiteren Tatverdächtigen wurde ermittelt.
Nur wenige Tage zuvor hatte außerdem ein Brand in der Weißkreuzstraße in der Saarlouiser Altstadt einen Großeinsatz ausgelöst. Dort brannte ein an ein Wohnhaus angrenzender Lagerschuppen. Die Polizei erklärte damals, als Ursache kämen ein technischer Defekt, Fahrlässigkeit oder auch Brandstiftung infrage. Eine vorsätzliche Tat war in diesem Fall zunächst nicht nachgewiesen.
Ob zwischen früheren Bränden und dem jetzigen Feuer in der Lothringer Straße irgendein Zusammenhang besteht, ist derzeit nicht bekannt. Dafür gibt es bislang keine belastbaren Hinweise.
Beim aktuellen Einsatz waren weit über 100 Kräfte von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und Notärzten im Einsatz. Die Feuerwehr Saarlouis war mit allen vier Löschbezirken vor Ort.
Die Lothringer Straße blieb zwischen dem Kreisverkehr Lothringer Hof und dem Theater am Ring bis etwa 0.45 Uhr vollständig gesperrt. Die weiteren Ermittlungen zur Ursache des Feuers führt die Polizei.
Elversberg – Die SV Elversberg hat dem FC Bayern München bei dessen erstem Bundesliga-Gastspiel an der Kaiserlinde einen großen Kampf geliefert, am Ende aber die erste Niederlage der noch jungen Saison hinnehmen müssen. Vor 9.307 Zuschauern in der ausverkauften URSAPHARM-Arena unterlag die Mannschaft von Trainer Vincent Wagner dem deutschen Meister knapp mit 1:2. Bis weit in die zweite Halbzeit hinein durfte die SVE sogar von der nächsten großen Überraschung träumen.
Dabei versteckten sich die Saarländer vom Anpfiff weg keineswegs vor dem haushohen Favoriten. Elversberg versuchte auch gegen das hohe Münchner Pressing, spielerische Lösungen zu finden, und attackierte die Gäste selbst früh. Nach 17 Minuten wurde es erstmals richtig gefährlich, als Bayern-Verteidiger Kim eine Petkov-Flanke beinahe ins eigene Tor beförderte. Nur zwei Minuten später kam Darvich nach einer Hereingabe am Fünfmeterraum nicht richtig an den Ball.
Die Bayern, bei denen Trainer Vincent Kompany gegenüber dem Champions-League-Spiel gegen Bodö/Glimt gleich siebenmal gewechselt hatte, kontrollierten zwar den Ball, wirkten offensiv aber lange erstaunlich harmlos. Dennoch schlug der Favorit in der 26. Minute zu: Nach einer flachen Hereingabe von Saibari traf Karl zum 0:1. Kurz vor der Pause jubelte dann die Kaiserlinde – allerdings nur für wenige Augenblicke. Campbells vermeintlicher Ausgleich wurde wegen einer knappen Abseitsstellung nicht anerkannt.
Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie zunächst ereignisarm. Dann bewies Wagner ein glückliches Händchen: Der eingewechselte Maurice Krattenmacher, der zwischen 2013 und 2016 selbst im Nachwuchsleistungszentrum des FC Bayern ausgebildet worden war, fasste sich in der 61. Minute ein Herz und jagte den Ball sehenswert ins rechte obere Eck. 1:1 – und plötzlich war gegen den Rekordmeister alles möglich.
Kompany reagierte umgehend und radikal. Mit Joshua Kimmich, Jamal Musiala, Luis Díaz und Alphonso Davies brachte der Bayern-Coach gleich vier frische Kräfte. Der Vierfachwechsel veränderte das Spiel. München erhöhte Tempo und Druck deutlich, Díaz und Olise kamen zu guten Möglichkeiten, ehe Olise in der 70. Minute auch noch die Latte traf. Elversberg geriet nun zunehmend unter Druck.
Nur zwei Minuten später war die SVE-Abwehr schließlich geschlagen. Pavlovic legte im Strafraum für Harry Kane ab, der den Ball technisch anspruchsvoll ins rechte obere Eck setzte. Für den englischen Torjäger war es sein erstes Bundesliga-Tor der neuen Saison – und zugleich der Treffer zum 2:1 für die Bayern. Futkeu hatte kurz darauf noch eine Gelegenheit auf den erneuten Ausgleich, danach ließ der Favorit jedoch kaum noch etwas zu.
Am Ende sprechen auch die Zahlen für die zunehmende Münchner Dominanz: Bayern kam auf 28 Torschüsse und 72 Prozent Ballbesitz, Elversberg auf fünf Abschlüsse und 28 Prozent. Trotzdem dürfte die Leistung der Saarländer Mut machen. Nach den spektakulären Siegen gegen Leverkusen und in Gladbach zwang die SVE nun auch den deutschen Meister dazu, nahezu seine gesamte offensive Qualität von der Bank zu bringen, um das Spiel noch zu entscheiden.
Für Elversberg geht es am kommenden Sonntag mit dem nächsten besonderen Spiel weiter. Um 17.30 Uhr tritt die Mannschaft von Vincent Wagner beim Aufsteiger-Duell auf Schalke an. Die ersten beiden Bundesligaspiele hatte die SVE gewonnen – nun steht nach einem bemerkenswert couragierten Auftritt gegen den FC Bayern die erste Niederlage der Saison. JETZT den neuen Blaulichtreport Saarland WhatsApp-Kanal abonnieren und IMMER DIREKT auf dem Laufenden bleiben (hier klicken)



