Schulbus rollt führerlos durch Geislautern – 23 Verletzte nach dramatischer Irrfahrt

Völklingen – (Video und weitere Bilder am Ende des Beitrags) Dramatische Szenen am Montagmorgen (14. September 2026) im Völklinger Stadtteil Geislautern: Ein mit Schulkindern besetzter Omnibus ist nach Problemen mit den Bremsen führerlos einen steilen Berg hinabgerollt, hat mehrere Fahrzeuge gerammt und ist schließlich in eine Hauswand gekracht. Alle 23 Menschen im Bus wurden verletzt. Nach aktuellem Kenntnisstand erlitt glücklicherweise niemand schwere Verletzungen.

Der folgenschwere Vorfall ereignete sich kurz nach 8 Uhr in der Straße Am Schulberg. Nach Angaben der Polizei traten an dem Bus offenbar Probleme mit der Bremsanlage auf. Der Fahrer stieg an der abschüssigen Straße aus dem Fahrzeug. In diesem Moment setzte sich der Bus plötzlich in Bewegung. Der Fahrer wurde dabei verletzt und konnte nicht mehr verhindern, dass das tonnenschwere Fahrzeug ohne Kontrolle den Berg hinabrollte.

Auf seiner Fahrt rammte der Bus mehrere am Straßenrand abgestellte Autos. Die Wucht war enorm: Fahrzeuge wurden teilweise gegen Hauswände und Treppenzugänge geschoben. Ausgerechnet diese Kollisionen könnten jedoch Schlimmeres verhindert haben. Drei der getroffenen Autos bremsten den Bus auf seinem Weg bergab immer weiter ab.

In einer Kurve endete die führerlose Fahrt schließlich mit einem heftigen Aufprall gegen ein Wohnhaus. Der Bus schlug in die Fassade ein und riss ein Loch in die Hauswand. Alle 23 Insassen des Busses wurden bei dem Unfall verletzt. Schwerverletzte gibt es nach dem derzeitigen Stand glücklicherweise nicht. Auch in dem getroffenen Gebäude kam niemand zu Schaden. Ebenso wurden während der unkontrollierten Fahrt keine weiteren Verkehrsteilnehmer verletzt.

Nach zahlreichen Notrufen lief innerhalb kürzester Zeit ein Großeinsatz an. Die Freiwillige Feuerwehr Völklingen rückte mit elf Fahrzeugen und 43 Einsatzkräften aus den Löschbezirken Stadtmitte, Geislautern, Wehrden und Ludweiler an. Unterstützung kam durch einen Rüstwagen der Berufsfeuerwehr Saarbrücken. Der Rettungsdienst war mit zahlreichen Fahrzeugen vor Ort, auch der ADAC-Rettungshubschrauber Christoph 16 wurde alarmiert und landete auf einem nahe gelegenen Feld.

Die Verletzten wurden zunächst gesichtet und anschließend mit Rettungs- und Krankenwagen weitertransportiert. An der Astrid-Lindgren-Schule kümmerten sich Rettungskräfte und Notfallseelsorger um die geschockten Kinder. Auch Eltern, die nach Bekanntwerden des Unfalls zur Einsatzstelle kamen, mussten teilweise betreut werden.

Saarlands Innenminister Reinhold Jost (SPD) kam ebenfalls nach Geislautern und machte sich vor Ort ein Bild von der Lage. Unterdessen laufen die Untersuchungen zur Ursache des Unglücks an. Ein Gutachter soll den Bus und insbesondere die technischen Umstände des Vorfalls untersuchen. Das Technische Hilfswerk soll zudem überprüfen, ob das durch den Aufprall beschädigte Gebäude weiterhin standsicher ist.

Die Straße Am Schulberg gleicht nach dem Unfall einem Trümmerfeld. Beschädigte Fahrzeuge, Trümmer und das Loch in der Hausfassade zeugen von der Wucht des führerlosen Busses. Die Unfallstelle wird voraussichtlich noch mehrere Stunden gesperrt bleiben. Wie genau es zu den mutmaßlichen Bremsproblemen kommen konnte, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen.

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