
Zeitkapsel: Fünf unglaubliche Dinge, die am 25. Oktober geschahen
Ein Geisterflugzeug mit einem Golfstar an Bord, ein tödlicher Militärbefehl und ein Computerprogramm, das die Welt eroberte: Das geschah am 25. Oktober.
Ein Flugzeug fliegt stundenlang ohne Reaktion aus dem Cockpit weiter. Hunderte Soldaten reiten durch einen tödlichen Geschosshagel. Und ein Betriebssystem verändert den Alltag von Millionen Menschen. Der 25. Oktober steckt voller dramatischer und erstaunlicher Geschichten.
1415: Ein König besiegt eine gewaltige Übermacht
Am 25. Oktober 1415 standen sich bei Azincourt in Nordfrankreich zwei Armeen gegenüber. Die englischen Truppen unter König Heinrich V. waren zahlenmäßig deutlich unterlegen. Trotzdem gelang ihnen einer der berühmtesten Siege des Mittelalters.
Entscheidend waren die englischen Langbogenschützen und der aufgeweichte Boden. Die schwer gerüsteten französischen Kämpfer kamen im Schlamm nur mühsam voran und gerieten unter massiven Beschuss. Der Angriff endete in einer verheerenden Niederlage.
Die Schlacht wurde zum Wendepunkt im Hundertjährigen Krieg zwischen England und Frankreich. Jahrhunderte später verewigte William Shakespeare den englischen König und seinen Triumph in einem Theaterstück.
1854: Ein missverständlicher Befehl schickt Hunderte Reiter ins Verderben
Es war einer der folgenschwersten Befehle der Militärgeschichte. Am 25. Oktober 1854 erhielt eine britische Kavallerieeinheit während der Schlacht von Balaklawa im Krimkrieg den Auftrag, russische Geschütze anzugreifen.
Doch die Befehlshaber verstanden offenbar nicht, welche Kanonen gemeint waren. Statt die ursprünglich vorgesehenen Geschütze zurückzuerobern, ritten 673 Soldaten der Leichten Brigade direkt in ein Tal, das von russischer Artillerie auf drei Seiten beherrscht wurde.
Die Reiter galoppierten mitten durch den Geschosshagel. Einige erreichten tatsächlich die feindlichen Kanonen, mussten sich anschließend aber zurückziehen. Nach Angaben des britischen National Army Museum wurden 247 Männer getötet oder verwundet.
Der Angriff ging als „Charge of the Light Brigade“ in die Geschichte ein – als Beispiel für außergewöhnlichen Mut, aber auch für katastrophale militärische Fehlentscheidungen.
1971: Eine Abstimmung verändert die politische Weltkarte
Am 25. Oktober 1971 fiel in New York eine Entscheidung, die die internationale Politik bis heute prägt. Die Generalversammlung der Vereinte Nationen stimmte darüber ab, wer China künftig in der Weltorganisation vertreten sollte.
Bis dahin hatten Vertreter der Republik China, deren Regierung sich 1949 nach Taiwan zurückgezogen hatte, den chinesischen Sitz inne. Nun entschied die Generalversammlung mit 76 Ja-Stimmen, 35 Gegenstimmen und 17 Enthaltungen zugunsten der Volksrepublik China.
Damit übernahm die Regierung in Peking die Vertretung Chinas bei den Vereinten Nationen und den ständigen Sitz im Sicherheitsrat. Die bisherigen Vertreter wurden ausgeschlossen.
Die Entscheidung veränderte das internationale Kräfteverhältnis erheblich. Die Frage nach Taiwans politischem und völkerrechtlichem Status blieb allerdings umstritten – und beschäftigt die Weltpolitik noch immer.
1999: Ein Geisterflugzeug fliegt vier Stunden ohne Kontrolle weiter
Es klingt wie die Handlung eines Katastrophenfilms. Am 25. Oktober 1999 startete ein Learjet in Orlando im US-Bundesstaat Florida. An Bord befanden sich sechs Menschen, darunter der berühmte amerikanische Profigolfer Payne Stewart.
Kurz nach dem Start brach der Funkkontakt ab. Die Maschine stieg trotzdem weiter und flog auf Autopilot quer über die Vereinigten Staaten. Militärjets wurden losgeschickt, um das Flugzeug zu untersuchen. Ihre Piloten entdeckten vereiste Cockpitscheiben, erhielten aber keinerlei Reaktion.
Rund vier Stunden lang setzte der Learjet seinen Flug fort. Schließlich ging ihm der Treibstoff aus. Die Maschine stürzte auf ein Feld in South Dakota. Alle sechs Insassen starben.
Die Ermittler kamen später zu dem Ergebnis, dass ein Druckverlust in der Kabine die Besatzung außer Gefecht gesetzt hatte, weil sie nicht rechtzeitig mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt worden war. Warum der Druckverlust entstand, konnte nicht abschließend geklärt werden.
2001: Ein grüner Hügel erobert die Computerwelt
Wer Anfang der 2000er-Jahre einen Computer einschaltete, kennt dieses Bild vermutlich noch heute: ein sattgrüner Hügel unter strahlend blauem Himmel. Am 25. Oktober 2001 brachte Microsoft sein neues Betriebssystem Windows XP weltweit auf den Markt.
Die Präsentation fand in New York statt, nur wenige Wochen nach den Terroranschlägen vom 11. September. Firmengründer Bill Gates stellte die Software bei einer großen Veranstaltung vor. Sogar ein kostenloses Konzert mit Sting gehörte zu den Feierlichkeiten.
Windows XP brachte eine deutlich modernisierte Benutzeroberfläche und verband die technische Grundlage professioneller Windows-Versionen mit einem System für Privatanwender. Das Betriebssystem entwickelte sich zu einem der bekanntesten Produkte der Computergeschichte.
Besonders bemerkenswert: Obwohl Microsoft den regulären Support erst im April 2014 beendete, blieb Windows XP noch viele Jahre auf zahlreichen Rechnern im Einsatz. Für eine ganze Generation wurde der grüne Hügel zum Symbol ihrer ersten Schritte in der digitalen Welt.

Ein mittelalterlicher Überraschungssieg, ein verhängnisvoller Befehl, eine politische Zeitenwende, ein rätselhafter Flugzeugabsturz und ein Stück Computergeschichte: Der 25. Oktober zeigt, wie unterschiedlich Ereignisse sein können, die uns noch Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte später beschäftigen.
Und wer weiß, welches Ereignis eines Tages dafür sorgen wird, dass auch der 25. Oktober 2026 in die Geschichtsbücher eingeht.



