Saarbrücken. Nach seit zwei Jahren andauernden intensiven Ermittlungen durch das Dezernat Schleusungskriminalität/ Menschenhandel des Landespolizeipräsidiums (LPP) Saarland und des LKA Mainz  vollstreckten heute Mittag (18.02.2014) Beamte des LPP Saarland und der Polizei Rheinland Pfalz vier Haftbefehle. Daneben durchsuchten die Ermittler drei Bordelle, fünf Privatwohnungen und eine Pferdezucht.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen stand ein Ehepaar, 47 und 40 Jahre, aus Kaiserslautern. Sie führten faktisch drei Bordelle in Saarbrücken, Homburg und Trier, wobei ihnen u.a. die Ausbeutung von Prostituierten, Zuhälterei, Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung als auch das Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgeld vorgeworfen werden.

Nach den bisherigen Erkenntnissen beauftragten sie einen 37 jährigen Mann aus Kaiserslautern, dessen Lebenspartnerin (23 Jahre) und deren 42 jährigen Mutter, wohnhaft in Saarlouis, zumindest seit Anfang 2012 regelmäßig Frauen aus Ungarn, Rumänien und Bulgarien zum Zwecke der Prostitution nach Deutschland zu verbringen. Dies erfolgte unter Ausnutzung von deren schwierigen finanziellen Lage, unter Vorspiegelung guter Verdienstmöglichkeiten und dem Verschweigen der tatsächlichen Arbeitsbedingungen. Durch die Ausbeutung der Frauen verschafften sich alle bis zuletzt eine nachhaltige finanzielle Einnahmequelle.

Gegen die fünf Personen wurden über die Staatsanwaltschaft Saarbrücken Haftbefehle beantragt und durch das Amtsgericht Saarbrücken ausgestellt. Alle Beschuldigten, bis auf den o.g. 37 Jährigen, der sich offensichtlich derzeit im Ausland aufhält,  konnten heute Mittag angetroffen und verhaftet werden. In ihren Vernehmungen machten sie keine Angaben zur Sache.

Zur Gewinnung von Zeuginnen und der Auffindung von Beweismitteln durchsuchten die Beamten drei Bordelle in Saarbrücken, Homburg und Trier. Es konnten insgesamt 24 Frauen angetroffen und  vernommen werden. Nach der Durchsuchung wurden die Etablissements von der Polizei verschlossen.

Daneben durchsucht wurden Privatwohnungen von Beschuldigten in Kaiserslautern, Schopp, Saarbrücken und Saarlouis.

Die Beamten stellten umfangreiches Beweismaterial in Form von schriftlichen Unterlagen, PC, andere Datenträger sowie Vermögenswerte (Bargeld und Schmuck) im Wert von ca. 200.000 Euro sicher. Die Auswertung der Beweismittel dauert an.

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